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Marburg Talentschuppen - ganz klassisch
Marburg Talentschuppen - ganz klassisch
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16:53 17.01.2013
Sieben junge Talente präsentierten sich dem Publikum im Turmcafé.Foto: Mareike Bader Quelle: Mareike Bader
Marburg

Die beiden Geigenlehrerinnen Svetlana Urintsova von der Marburger Musikschule und Natalija Raithel von der Städtischen Musikschule in Giengen an der Brenz kennen sich seit rund 30 Jahren. Für sie und ihre Schüler war das Konzert am Wochenende eine sehr gute Probe für den Wettbewerb „Jugend musiziert“, an dem alle teilnehmen werden.

Die Betreuung ist bei diesen Talenten äußerst wichtig, erzählte Natalija Raithel. Wenn man hört, wo sie mit ihren Schülern schon alles war, ist dies nur verständlich. Malta, Prag und Paris - Reisen sind wohl alle schon gewohnt.

So war auch der Reisestress am Samstag schnell vergessen. Erst um 14 Uhr mittags waren die Gäste aus München angekommen. Kurz vor Konzertbeginn um 20 Uhr saßen die Schüler dann rund um den großen Tisch direkt am Kamin mit ihren Geigen in der Hand und tuschelten aufgeregt miteinander. Im Nachhinein wollte aber keiner zugeben wirklich nervös gewesen zu sein.

Passend um 20 Uhr war das gemütliche Turmcafé bis auf den letzten Platz gefüllt. Nacheinander betraten die jungen Talente die kleine Bühne direkt beim Eingang neben dem Klavier. Gunther Friedrich, Klavierlehrer an der Marburger Musikschule, begleitete auch die Schüler aus München und vertrat Leila Gemes, die erkrankt war.

Auch bei den Auftritten zeigte sich die Nähe zwischen den Schülern und ihren Lehrern. Bei den jüngeren Schülern stimmten die Lehrer deren Geigen vor dem Auftritt. Bei den älteren reichten allerdings nur noch prüfende Blicke.

Es ist schon erstaunlich was die Kinder da auf der Geige boten. Damaris Schünemann zeigte auf ihrer 1/4-Geige wie rhythmisch und flink sie nach nur eineinhalb Jahren Unterricht schon spielen kann. Für den tollen Abend hatte sie ihre Fingernägel rot lackiert. Auch Bodam Lee ist eine Marburger Schülerin.

Vom Auftritt hatte sie nicht viel mitbekommen, erzählt sie nach dem Konzert. Sie habe sich einfach nur auf ihr Spiel konzentriert. Mit dem ernsten, fokussierten Blick, der großen Geige und dem hübschen Kleid wirkte sie bei ihrem Auftritt wie eine junge, erwachsene Frau. Dabei wurde sie erst am 24. Dezember zwölf Jahre alt.

Auch Soraya Weber wirkte für ihre 14 Jahre äußerst reif. Das liege an den Werken, die sie spielten, so Natalija Raithel. Diese würden auch von großen, bekannten Geigern gespielt und erforderten mehr Reife. Sie unterstellte allen Schülern an diesem Abend, dass sie später einmal Berufsmusiker werden könnten.

Mit dieser These wird sie viel Zustimmung im begeisterten Publikum im Turmcafé gefunden haben, das die jungen Talente mit viel Applaus und Jubel feierte.

von Mareike Bader

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