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Marburg Stürmisch gefeierter Theaterspaß
Marburg Stürmisch gefeierter Theaterspaß
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19:49 27.11.2011
Die Detektive (von links: Johannes Hubert, Agnieszka Habraschka, Stefan A. Piskorz, Marius Fahl, Nesrin Adloff und Johannes Eimermacher) planen die Verfolgungsjagd. Quelle: Ramon Haindl

Marburg. Heute geht es erst richtig los in der Stadthalle. Um 11 Uhr ist die erste Schulvorstellung vor vollem Haus. Danach geht es Schlag auf Schlag: meist um 9 Uhr und 11 Uhr –  und fast immer vor ausverkauftem Haus.

Die gut 13.000 Kinder, die schon Karten haben, dürfen sich freuen: Denn was das junge Team um die Regisseurinnen Annette Müller und Oda Zuschneid da in knapp 75 Minuten auf die Bühne bringt, ist ausgesprochen unterhaltsames, abwechslungsreiches, witziges und spannendes Theater für Kinder ab etwa 5 Jahren. Auch Jugendliche und Erwachsene werden ihren Spaß an der altbekannten Geschichte von Emil haben, dem ein Dieb im Zug nach Berlin 140 Mark klaut, die eigentlich für seine Großmutter gedacht waren. Erfunden hat sie 1929 der große Erich Kästner – und es wurde sein wohl größter Erfolg. Ein Klassiker.

Denn im Buch und auf der Bühne der Stadthalle gibt es jede Menge Identifikationsfiguren für Kinder. Da ist der bestohlene Emil (Moritz Fleiter) aus dem kleinen Neustadt, der sich von der Großstadt nicht schrecken lässt. Es gibt den vorlaut-lustigen Gustav mit der Hupe (Johannes Hubert), den klugen und tatkräftigen  „Professor“ (Stefan A. Piskorz), den liebenswerten kleinen Dienstag (Johannes Eimermacher), Mittenzwey (Marius Fahl), Mittendrey (Nesrin Adloff) und natürlich die Cousine Pony Hütchen (Agnieszka Habraschka). Sie heften sich dem Dieb an die Fersen – bis zum großen Happy End.

Und wer glaubt, dass es heikel sein könnte, wenn Erwachsene Kinder spielen sollen, der hat dieses spielfreudige Ensemble noch nicht gesehen, das von den grandiosen „Erwachsenen“ Thomas Streibig als Dieb und Christine Reinhardt als Emils Mutter ergänzt wird.

Marcel Franken und Oliver Kostecka haben für „Emil und die Detektive“ ein eindrucksvolles und sehr variables Bühnenbild entworfen. Es lässt sich in Windeseile in Bahnhöfe, Stadtlandschaften mit Verstecken  oder Zugabteile verwandeln, ohne dass der Spielfluss im Geringsten gestört wird. Im Gegenteil: Die ständigen Verwandlungen und die Videoeinspielungen von historischen Zugreisen machen die Theaterarbeit für Kinder erfahrbar und einen Teil des Reizes aus, den diese Produktion auf seine kleinen Zuschauer ausübt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.theater-marburg.de. Das Kartentelefon hat die Nummer 0 64 21/25 60 8.

von Uwe Badouin

Mehr lesen Sie am Montag in der gedruckten OP.