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Cooler Jazz bei 30 Grad

Studierenden-Big-Band Cooler Jazz bei 30 Grad

Dass die richtige Musik ­einen ganzen Saal stärker anheizen kann als die tropische Sommerhitze, das bewies die Studierenden-Big-Band in der Waggonhalle.

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Mit glühender Hingabe spielte die Studierenden-Big-Band in der tropisch heißen Waggonhalle vor einem begeisterten Publikum.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Funk, Soul, Latin hatte sich die Band in diesem Semester auf die Fahnen geschrieben. Ihr musikalisches Konzept ging auch beim diesjährigen Abschlusskonzert voll auf und riss rund 350 Zuhörer von den Socken.

Groß war der Ansturm auf das dritte und letzte Konzert des Semesters, das mit einem mitreißenden Mix aus coolem Jazz und heißen südamerikanischen Rhythmen aufwartete. Mit Klassiker von Ray Charles oder James Brown heizte die bestens aufeinander abgestimmte Band dem Publikum ein.

Glühende Stimmung gab es nicht nur auf der Bühne – im ganzen Raum herrschte fast schon tropische Hitze. Weit über die 30 Grad krabbelte das Thermometer in der brechend vollen Waggonhalle. Das Klima hielt das schwitzende Publikum nicht davon ab, sich über zwei Stunden vom mitreißenden Groove der Band anstecken zu lassen. Beste Laune herrschte bereits, bevor die erste Posaune so richtig auf Touren kam. Mit „In The Stone“ von Earth Wind and Fire stimmte die Band das jubelnde Publikum ein.

„Follow Me“ brachte amerikanischen Jazz von Pat Metheny auf die Bühne, ganz in dessen Stil „süß und cool“. Band und Publikum gefiel es. „Wirklich gelungen, es macht einfach Spaß zuzuhören“, befand Zuhörerin Rebecca Layer. „Man merkt, dass die Band selber super viel Spaß auf der Bühne hat“, stimmte Kristine Leitner zu.

Auch der Swing kam an diesem Abend nicht zu kurz. Bei „Who‘s blue“ wippte der halbe Saal mit. Anfangs wenige, dann zusehends mehr Tänzer wagten es, der Hitze zu trotzen. Auch Bandleader Dirk Kunz pfiff auf die Schwüle, verausgabte sich sichtlich und hielt den Takt stets aufrecht.

Mitreißende Soli

Einige Gesangsnummern von Sängerin Domenika Buyuklieva lockerten das Programm harmonisch auf. Sie sang beispielsweise „I Got You“ von James Brown. Die Show stehlen konnte sie der Kapelle dabei nicht. Die absoluten Stars des Abends waren die 19 Musiker, die ihr Können mit abwechslungsreichen Soli bewiesen. Jeder einzelne wurde ausgiebig beklatscht.

Ein mitreißendes Solo gab Jakob Möbs am Baritonsaxofon, dessen Ende fast im Jubel der Zuhörer unterging. Dass auch die Kollegen äußerst kräftige Lungen haben, bewies Balázs ­Jagasics am Tenorsaxofon, dessen halsbrecherisch schnelles Solospiel gar nicht mehr aufzuhören schien. Eine kleine aber leidenschaftliche Einmann-Show legte Jan Schißler an der Gitarre hin, wiegenden Schrittes und mit geschlossenen Augen.

Funkig ging es über zwei Stunden querbeet durch die Geschichte von Funk und Soul, ergänzt mit gefühlvollen brasilianischen Rhythmen. Bestens geeignet für einen heißen Sommerabend und ein tanzfreudiges, ausdauerndes Publikum.

Die Band spielt eben „Jazz zum Tanzen, nicht um auf dem Sofa zu sitzen“, sagte Moderatorin Leonie Jasper. Sie behielt recht. Die Fans bedauerten an diesem Abend fast schon das Semesterende, zu dem sich ein unüblich großer Teil der Big Band verabschiedet, darunter die gesamte Rhythmusgruppe.

Wie gewohnt wird sich die Truppe vor der neuen Saison mit musikalischem Nachwuchs neu aufstellen. Das aktuelle Ensemble erhielt bereits jede Menge Lob: „Sie lassen zum Abschied nochmal alles raus, ein super tolles Konzert, technisch richtig gut“, lobte Robert Vehlies.

von Ina Tannert

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