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Studentisches Schlaraffenland

"Süße" Bilder in der Grimm-Stube Studentisches Schlaraffenland

In diese Ausstellung sollte man nicht unbedingt gehen, wenn man auf Diät ist. Dafür sehen Boyun Chois Bilder einfach viel zu lecker aus. Seit Freitag ist in der Brüder-Grimm-Stube ihre erste eigene Ausstellung in Deutschland zu sehen.

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Boyun Choi vor einem ihrer „süßen“ Bilder.Foto: Bader

Marburg. Jeweils zum neuen Semester macht der Fachdienst Kultur dem Spruch „Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine Uni“ alle Ehre. Die Masterstudenten des Instituts Bildende Kunst haben dann die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen. Von der Konzeption bis zur Einladung muss fast alles allein gemacht werden. Eine tolle Möglichkeit, die auch die 27-jährige Boyun Choi aus Südkorea genutzt hat. Mit dem Titel „Süß; Sweet - Malerei“ sind nun 17 Bilder mit Süßigkeiten, Kuchen und Fröschen ausgestellt.

Bei den süßen Leckereien hat sie beim Malen auf Fotografien zurückgegriffen, die sie zuvor selbst gemacht hatte. Die großen runden Kuchen lassen dem Betrachter im ersten Moment das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auf den zweiten Blick ist man fasziniert von der Plastizität und der Anordnung der Früchte, die so real erscheinen. Bei den Süßigkeiten stellt Choi die Bonbons und Gummibärchen gern in einer Sicht von oben mit einem Blick auf die Masse dar. Jedes Bonbon hat eine andere Gestalt, durch die Anordnung und die Harmonie der Farben entsteht ein einheitliches Bild.

Bei der Vorstellung der Künstlerin ging Mitstudentin Frauke Oberländer auch auf die Frösche ein. Diese haben keinen realen Hintergrund, sondern sind Teil einer selbst ausgedachten, illustrativen Märchenwelt. Bei dem Bild mit dem Frosch vor dem zerbrochenen Spiegel gab es dann schon wilde Interpretationsversuche. Die meisten sahen Blut auf dem Kopf des Frosches - sei es aber nicht, sagt Boyun Choi lachend.

Die schüchterne und freundliche Studentin studiert seit 2011 in Marburg. Ihren Bachelor hat sie in Seoul an der Sejong Universität im Fach Malerei gemacht. Die ausgestellten Bilder sind ein Teil ihres Studiums, Skizzen und Entwürfe dazu sind aber teilweise schon in Südkorea entstanden. Dort habe sie gelernt mit Öl und Acryl zu arbeiten. Erst in Deutschland habe sie sich weiterentwickeln können und einen eigenen Stil gefunden, erzählt sie. Die deutschen Kuchen scheinen sie dabei sehr inspiriert zu haben. Einfach lecker oder wie Frauke Oberländer sagte: „Die Ausstellung fühlt sich an wie das Schlaraffenland, da werden Kindheitsträume wahr.“

von Mareike Bader

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