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Marburg Studenten kämpfen um Apartments
Marburg Studenten kämpfen um Apartments
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00:16 25.09.2018
In den vergangenen Semestern waren stets rund 27 500 Studenten an der Philipps-Universität eingeschrieben. Diese hohe Zahl wirkt sich auch trotz ständiger Neubautätigkeiten auf den Wohnungsmarkt aus. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Das geht aus Erhebungen des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) auf Basis der Daten der Internetplattform WG-Gesucht.de hervor.

Auf der Wohnungsmarkts-Anspannungsskala der 96 größten und Hochschul-Städte in Deutschland liegt Marburg demnach auf Platz 24. Im vergleichbar großen Gießen entspannte sich die Lage in den vergangenen Monaten deutlich, während die WG-Zimmersuche für Studenten in Tübingen (Rang 8) und Erlangen (Rang 18) im Durchschnitt noch schwieriger und teurer geworden ist als in Mittelhessen.

Das Einsparpotenzial eines WG-Zimmers

„Vor allem an Standorten, die ohnehin gefragt sind, spitzt sich die Lage zu“, sagt Dr. Stefan Brauckmann, Direktor des Moses Mendelssohn Instituts, zum am 1. Oktober bevorstehenden Start des Wintersemesters. Im Jahr 2014 lag Marburg auf der Anspannungsskala noch auf Rang 30 (damaliger Durchschnitts-WG-Zimmer-Preis: 307 Euro).

Marburg zählt aber zu den Städten, in denen der Einzug in eine WG das größte Geldsparpotenzial hat: Im Durchschnitt ist der Quadratmeterpreis in einer WG um 20 Prozent geringer als in einem Einzelapartment (rund neun Euro zu etwa elf Euro).

Laut der Analyse kosten WG- Zimmer im bundesweiten Durchschnitt 363 Euro. Der Preis-Spitzenreiter ist München, wo im Schnitt erstmals mehr als 600 Euro WG-Miete verlangt werden. Mit 230 Euro ist Chemnitz der günstigste Standort in der 96er-Städteliste.

Mieten passen nicht mehr ins studentische Budget

In den Top-Studienorten – in Hessen liegen in Bezug auf die Anspannungsrate nur Frankfurt und Darmstadt vor Marburg – sei die Wohnungssuche noch komplizierter geworden oder bleibe zumindest unverändert schwierig. „Hauptursache für diese Entwicklung ist die Mischung aus einer zunehmenden Nachfrage, steigenden Preisen und mangelndem Angebot in den gefragten Hochschul-Standorten“ so Brauckmann: „In vielen Städten sind die Grundstücks- und Immobilienpreise einfach zu hoch, um im privaten Segment noch Mieten darzustellen, die ins studentische Budget passen.“

Dort wo die Wirtschaft besonders gut laufe – in Marburg erzielt die Stadt in diesem Jahr Gewerbesteuereinnahmen in Rekordhöhe – und viele Menschen zudem wegen der Attraktivität von Kultur- und Freizeitangebot in die Stadt ziehen, sei die Konkurrenz für die Studenten bei der Wohnungssuche besonders groß.

Denn nicht nur sie, sondern auch Auszubildende und Berufsanfänger suchen dort die klassische Ein- bis Zweizimmer-Wohnung.

Das Studentenwerk stellt nach der Eröffnung des Neubaus „Hasenherne“ mehr als 2.000 Wohnheimplätze bereit. Zudem sind vor allem zu Beginn des Wintersemesters 50 Notquartiere eingerichtet.

von Björn Wisker