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Straßenkunst in vier Wänden über zwei Etagen

Ausstellung im Meteorologischen Turm Straßenkunst in vier Wänden über zwei Etagen

Manche nennen es Schmierereien, andere dagegen würden es als „Straßen verschönern“ bezeichnen: Die Kunst, ein bisschen Farbe ins alltägliche Grau zu bringen. Beim Thema „Streetart“ und Graffiti gehen die Meinungen auseinander.

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Junge Streetart-Künstler: Alexander Zemlyanov (von links), Frederik, ein Freund der Gruppe, Robin Calderolla alias Babeli, Johan Katzenberger, Johannes Jakobi und DJ Eugen64.Foto: Daphne Flieger

Marburg. Ein Graffiti am Straßenrand - viele Reaktionen: Was beim einen ein verächtliches Schnauben auslöst, bringt andere zum Grinsen oder Staunen.

Im Meteorologischen Turm im Marburger Schlosspark stellen junge Marburger Künstler Exponate einer Kunstform aus, die sonst im Anonymen geschieht. Die Reaktionen auf die eigene Arbeit mitzuerleben ist für die jungen Männer eine neue Erfahrung. Der durch die Juko Marburg bewirtschaftete Meteorologische Turm wurde im letzten Jahr renoviert und mit dieser Ausstellung offiziell wiedereröffnet. Auf zwei Ebenen bestaunten zahlreiche Besucher bei der Vernissage die unterschiedlichen Werke, die weit entfernt sind von den hässlichen Schmierereien an manchen Marburger Straßenecken.

Lieblos hingeschmierte Slogans sind für Alerxander Zemlyanow, Johan Katzenberger und Johannes Jakobi ein „No-Go“. Mit der Genehmigung vom Bauamt sprayten sie in der Unterführung zwischen Rudolphsplatz und dem Club Deep. „Bei unseren Graffitis geht es um Ästhetik. Hingeschmierte Parolen mit einer Technik aus der Steinzeit finden wir peinlich“, sagt Johan Katzenberger, der Werke zeigt, bei denen er sich erstmals mit Ölfarben versucht.

Aber wie bekommt man Straßenkunst in vier Wänden unter? Die Ausstellung ist zweigeteilt. Im Erdgeschoss befindet sich die Kunst der „SRM-Crew“ für den öffentlichen Raum und im ersten Stock präsentieren sie ihre Werke als „Kollektiv“ für private Zwecke. Passend hierfür wählte die Künstlergruppe, von denen die meisten in diesem Jahr ihr Abitur gemacht haben, die Musik. Unten HipHop von Babeli, dem aktuellen deutschen Beatboxmeister - oben Minimal-Klänge, gemixt von DJ Eugen64.

Dem angehenden Kunst, Musik und Medien-Student Alexey Zemlyanov kann man bei der Arbeit über die Schulter gucken: in mühevoller Kleinarbeit schneidet er Schablonen für seine Stencils, seien Sprayvorlagen, aus. „Die Leinwand ist mir ein zu künstlicher Farbträger. Ich arbeite mit alten Schallplatten und Sprühdosen“, sagt er.

Noch einmal geöffnet ist die Schau am 16. September zum Benefiz-Konzert der N.N. Swinging-Wodka-Lemon-Gang.

von Daphne Flieger

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