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Marburg Das sind die Kernergebnisse
Marburg Das sind die Kernergebnisse
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14:51 11.03.2018
Tram vor der Südseite des Uni-Klinikums. Quelle: Fotomontage: OP
Marburg

Die Bewertung der Gutachter, der PTV Group, erfolgt anhand einer Analyse des volkswirtschaftlichen Nutzens eines Tram-Baus zwischen Südbahnhof und Lahnberge. Entscheidende Faktoren sind vor allem die Reisezeitersparnis der Nutzer und Potenziale der Verlagerung von Autoverkehr in Tramnutzung.

Eine Rolle spielen auch Abgasbelastung samt Unfallgefahren sowie finanzielle Einsparungen im bestehenden System. Alle Annahmen werden zwischen aktuellem und künftigen Nahverkehrsangebot gegenübergestellt.

Gutachter rechnen mit 524 Fahrgästen mehr pro Tag

So rechnen die Gutachter nach dem Bau einer Straßenbahn mit einem zusätzlichen Fahrgastaufkommen von 524 Personen pro Tag. Eine spürbare Reisezeitersparnis für ÖPNV-Kunden einer Tram-Verbindung vom Südbahnhof auf die Lahnberge gebe es nicht.

Auch werden seitens PTV einige Ergebnisse der vorausgegangenen Machbarkeitsstudie zur Trassenführung skeptisch gesehen, speziell was die Kosten etwa für Leitungsverlegungen angeht. Da gehe man von einem „optimistischen Ansatz“ aus, obwohl Untersuchungen zeigen, dass dafür „deutlich höhere Kosten anfallen“.

Das gutachterliche Gesamtergebnis: Der volkswirtschaftliche Nutzen sei „relativ gering“, insbesondere wegen der ­„geringen Reisezeitvorteile“ und der „geringen Verlagerungswirkung“ von Auto- zu Tramverkehr.
Viele der zugrunde gelegten Gutachter-Annahmen werden von Oberbürgermeister und Stadtwerken angezweifelt, die Erstellung einer neuen Studie wird angestrebt (die OP berichtete).

von Björn Wisker