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Stillleben von flüchtigen Momenten

Vernissage Stillleben von flüchtigen Momenten

Thomas Bachler zeigt unter dem Titel „Das Auge sieht mit“ ungewöhnliche Fotografien, Fotogramme und Fotobücher in der Ausstellungshalle des Kunstvereins.

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Thomas Bachler stellt in Marburg aus.

Quelle: Rüdiger Oberschür

Marburg. Es ist die bisher größte Einzelausstellung mit Arbeiten von Thomas Bachler (Jahrgang 1961), die ab Freitagabend im Kunstverein zu sehen sein wird. Der gebürtige Detmolder ist einer der wenigen zeitgenössischen Fotokünstler, der mit der Camera Obscura, der simplen Lochkamera, arbeitet und experimentiert. Dass Bachlers Verwendungsweisen dieser Aufnahmetechnik äußerst vielseitig sind, davon kann man sich unter dem Titel „Das Auge sieht mit“ bis zum 24. Juni überzeugen. Im Erdgeschoss begegnet dem Besucher zunächst eine Installation aus Stativen, die beim Pressegespräch lediglich erst ein Gerüst ist, aber laut Bachler zu einer „rot schimmernden Zeltstadt“ werden soll.

Einen besonders herausragenden Teil der Ausstellung stellen besondere Fotobücher zur DDR-Geschichte dar. Bachler hatte von oberster bundesbehördlicher Stelle schon vor Jahren die Erlaubnis erhalten, Fotografien aus ehemaligen Stasiakten künstlerisch zu verarbeiten. Aus den Buchdeckeln der Werke zu Planwirtschaft, Marx, Thälmann und Co. hat er dann jeweils einen Teil herausgeschnitten und Fotos aus den Stasiakten eingefügt. In der Serie „Fallstudien“ hingegen hat Bachler Fotogramme von Revolvern, Mülltüten oder Heftpflastern angefertigt. Diese Objekte werden von Bachler auf Fotopapier gelegt und belichtet.

So entstehen in der Tat spannende Schattenbilder, die nicht immer gleich auf den abgelichteten Gegenstand schließen lassen. Bachler selbst nennt es „Stillleben von flüchtigen Momenten, die den Gegenständen erlauben, sich mit einem hellen Schweif auf die beginnende Auflösung vorzubereiten“. Insgesamt eine bemerkenswerte Fotoausstellung, die in ihrer Stilistik vergleichbares sucht. Vernissage ist am Freitag um 18 Uhr. Thomas Bachler lebt seit 2003 in Dresden und ist Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, des Künstlerbundes Dresden und der Neuen Photographischen Gesellschaft.

von Rüdiger Oberschür

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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