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Steine erinnern an die Passion Christi

Marburg Steine erinnern an die Passion Christi

Kunst in der Kirche: Gewaltige Basaltstelen sind in der Passionszeit in der Elisabethkirche zu sehen. Georg Hüter wird die schweren Kunstwerke ab Montag aufstellen.

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Der Bildhauer Georg Hüter setzt sich in der Marburger Elisabethkirche mit dem Leidensweg Christi auseinander.

Quelle: Bernhard Dietrich

Marburg. Georg Hüter ist in Marburg kein Unbekannter: 2006 waren seine Plastiken im Marburger Universitätsmuseum in einer gemeinsamen Ausstellung mit Werken von Doris Conrads zu sehen, 2009 wurde er vom Marburger Kunstverein präsentiert.
Jetzt kehrt er mit einer Installation zur Passionszeit nach Marburg zurück. Die Installation ist sieben Wochen lang in der Elisabethkirche, in Marburgs bedeutendster Kirche, zu sehen.

Sein Werkstoff ist Basalt, „ein extrem hartes Vulkangestein aus den Tiefen der Erde“, sagt Hüter. Er bearbeite den Stein oft traditionell mit Hammer und Meißel, nutzt aber auch verschiedene Diamant-Schleifgeräte.

„Die scheinbar bezugslos angeordneten Steine formen sich zu einem Raum im Raum und treten in Beziehung zueinander. Die gewaltigen Säulen sind sehr bewusst im Raum platziert. Wir alle wissen, dass der Grundriss unserer christlichen Kirchenbauten die Form des Kreuzes nachempfindet, wobei der Chor und die Apsis, der Raum, wo sich der Altar befindet in Richtung Osten zeigt, dorthin, wo sich die heilige Stadt Jerusalem befindet“, teilt der Marburger Kunsthistoriker und Galerist Dr. Michael Herrmann mit, der den Kontakt zwischen dem Künstler und der Elisabethkirchengemeinde vermittelte.

Es ist gleichsam eine Erinnerung an die täglichen Leidensgeschichten von denen wir erfahren, oder die wir selbst kennen, manchmal aus nächster Nähe.  Unterstützend benutzt er die leeren Fächer des Lettners für eine Ansammlung seiner Stelen, die sich beidseitig, quasi als Symbol für die Gemeindeversammlung um den gekreuzigten Christus auf dem Alter gruppieren.

Der Bildhauer Georg Hüter ist quasi in einer Steinmetz-Werkstatt aufgewachsen. Nach seiner Schulzeit begann er in Seligenstadt im väterlichen Betrieb. Von 1973 bis 1978 studierte er an der Frankfurter Städelschule freie Bildhauerei.  Es folgten Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen, Arbeiten in Münsterbauhütten und Aufträge an öffentlichen Gebäuden. Zurzeit unterrichtet er an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach.

Am Freitag, 9. März, hält Dr. Michael Herrmann ab 19 Uhr einen Einführungsvortrag zu der Installation. Auch der Künstler wird an dem Abend da sein und zum Gespräch zur Verfügung stehen.

von Uwe Badouin

Mehr lesen Sie am Freitag in der Printausgabe der OP und bereits am Donnerstagabend auf Ihrem iPad.

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