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Marburg Freundschaft 
im Schatten des Brexit
Marburg Freundschaft 
im Schatten des Brexit
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19:10 13.03.2018
Dr. Thomas Spies und Gareth Eales bekräftigten die Städtepartnerschaft. Quelle: Benjamin Kaiser
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Marburg

1992 besiegelten die Städte Marburg und Northampton ihre Städtepartnerschaft, knapp zehn Jahre nach dem Beitritt Großbritanniens in die Europäische Union (EU). Jene Beziehung soll unberührt bleiben von den politischen Differenzen zwischen Großbritannien und Deutschland. Das versicherten sowohl Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD), zuständiger Dezernent für die Partnerschaft mit Northampton, als auch Gareth Eales, Oberhaupt der englischen Stadt.

Vor 70 Festteilnehmern unterstrichen die beiden Politiker die Wichtigkeit von Freundschaften, die über geografische Grenzen hinausreichen. „Es hat sich eine vielfältige Partnerschaft in verschiedenen Bereichen entwickelt, gelebt vor allem durch die freundschaftlichen und persönlichen Verbindungen zwischen Menschen aus zwei unterschiedlichen Nationen“, hob Marburgs Oberbürgermeister hervor und unterstrich, dass der derzeit zu verhandelnde Austritt Großbritanniens aus der EU, der sogenannte Brexit, keinen Keil zwischen die Städte treiben könne.

Spies machte keinen Hehl daraus, dass er das Auseinanderdriften von Deutschland und Großbritannien sehr kritisch sieht. Eales ging ebenfalls auf den Brexit ein: „Ich denke, dass ich für alle hier im Saal spreche, wenn ich sage, dass sich für uns nichts ändern wird. Während Großbritannien und die EU ihre Scheidung arrangieren, werden wir weiterhin für Frieden und Toleranz stehen – grenzübergreifend.“ Applaus war der Lohn für diese Aussage.

Engländerin lobt Besuchsprogramm

Im September vergangenen Jahres feierte eine Delegation aus Marburg, auch Dr. Thomas Spies, das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft in North­ampton. Eales und seine Ehefrau Terrie wurden pünktlich zum „MaNo-Festival“ – Marburg
Northampton-Festival – eingeladen, um das Jubiläum auch in Marburg feierlich zu begehen. „Hier gibt es einige fantastische Bands“, lobte Eales das Marburger Musikfest.

Abgesehen vom Bürgermeister und seiner Frau Terrie waren vier Bürger aus Marburgs Partnerstadt angereist. Sie blieben bis Sonntag. Die Engländerin Lee Mason von der Northampton Twinning Association verlas eine auf Deutsch geschriebene Rede und unterstrich das kulturell wertvolle Programm, das für sie und ihre Mitreisenden auf die Beine gestellt worden war. „Besonders eindrucksvoll war der Besuch an der alten innerdeutschen Grenze beim Point Alpha Grenzmuseum Rhön“, sagte Mason. Das Programm wurde vom Freundeskreis Marburg-North­ampton organisiert.

von Benjamin Kaiser

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