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Marburg Armbrüster rückt in Geschäftsführung auf
Marburg Armbrüster rückt in Geschäftsführung auf
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00:17 07.10.2018
Dr. Bernhard Müller (links), Holger Armbrüster (2. von links) und Norbert Schüren (rechts) bilden das neue Team der Geschäftsführung der Stadtwerke Marburg, das Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Spies (2. von rechts) vorstellte. Quelle: Till Conrad
Marburg

Armbrüster war nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre in verschiedenen Unternehmen der Energiebranche tätig. Seit 2008 ist er Bereichsleiter der Stadtwerke Marburg und verantwortlich für Vertrieb, Beschaffung, Kundenservice und Marketing. Im Jahr 2014 wurde er zudem Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter Marburger Entsorgungs-GmbH, seit Anfang des Jahres ist er zudem Geschäftsführer der Marburger Kommunalentsorgungs-GmbH (MKG).

Er war außerdem beteiligt an der Gründung der Vertriebsgesellschaft fünfwerke GmbH & Co KG zur Gas- und Strombelieferung von Haushalts- und Gewerbekunden und seit November 2017 deren Geschäftsführer. Als Geschäftsführer behält Armbrüster seine bisherigen Funktionen, übernimmt aber zudem den Bereich der IT.

„Wir freuen uns, mit Herrn Armbrüster einen ausgewiesenen Fachmann in kaufmännischen Fragen als Geschäftsführer gewonnen zu haben“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Der Beschluss im Aufsichtsrat sei einstimmig gefallen. Eine neue Stelle sei mit der Berufung von Armbrüster nicht geschaffen worden.

"Dem stellen wir uns gerne"

Sprecher der Geschäftsführung bleibt Norbert Schüren, der zudem für Verwaltung und Finanzen und die Unternehmensstrategie, für Immobilienwirtschaft und Verkehr sowie externe Erzeugungsgesellschaften zuständig ist. Dr. Bernhard Müller verantwortet als Geschäftsführer die Bereiche Netze, Netzwirtschaft und Erzeugung, Werkstattleistungen und externe Netzgesellschaften.

Er habe „sein halbes Leben“ bei Stadtwerken gearbeitet und sei ein überzeugter Anhänger öffentlicher Versorgungsunternehmen im Bereich der Daseinsvorsorge. Er bezeichnete als kommende Herausforderungen etwa die Digitalisierung der Energiewende, den Ausbau der Elektromobilität oder die Dezentralisierung der Energieversorgung. „Dem stellen wir uns gerne“, sagte er.

Der Sprecher der Geschäftsführung, Norbert Schüren, und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Thomas Spies betonten, die dritte Geschäftsführerposition sei eingerichtet worden, um den gestiegenen Herausforderungen gerecht zu werden. So hätten die Stadtwerke in einem schärferen Wettbewerb und einem komplexer werdenden Branchenumfeld zu bestehen. Schüren ­erinnerte daran, dass die Marburger Stadtwerke erst seit Kurzem das gesamte Stromnetz für die Stadtwerke besitzen, das Netz für einige Stadtteile wurde dazugekauft. Auch für zehn Gemeinden im Landkreis haben die Stadtwerke die Stromnetze übernommen. „Die Anforderungen steigen“, fasste Dr. Bernhard Müller zusammen. Die Stadtwerke hätten die Netzexpansion zunächst hinter sich, die Anforderungen der Digitalisierung aber noch vor sich.

So fällt die Ernennung von Armbrüster in eine unruhige Zeit. Sobald sich die Wogen ein wenig geglättet haben, will der Aufsichtsrat entscheiden, ob das städtische Unternehmen auf Dauer von drei Geschäftsführern geführt werden muss, sagte Spies.

Treibende Kraft für die Elektrifizierungsstrategie

Der Vertrag von Schüren läuft Ende 2019 aus. Der Sprecher der Geschäftsführung ließ offen, ob er sich um einen Anschlussvertrag bemühen wird. Man wolle zunächst abwarten, wie sich die Geschäftstätigkeit der Stadtwerke weiter entwickelt. Eine Entscheidung soll aber bald fallen, spätestens Anfang 2019.

Die Diskussion über einen Nachfolger von Schüren ist damit zunächst vertagt. Im Vorfeld der Vorstellung von Holger Armbrüster als neuer Geschäftsführer war spekuliert worden, der neue Geschäftsführer solle als Nachfolger von Schüren als Sprecher der Geschäftsführung und Verantwortlicher für die Unternehmensstrategie eingearbeitet werden.

SPD-Mitglied Norbert Schüren hat sich in seiner Amtszeit als Stadtwerke-Chef immer wieder stark in kommunalpolitische Debatten eingeschaltet und war treibende Kraft etwa für die Elektrifizierungsstrategie der Stadtwerke für den Öffentlichen Personennahverkehr (die OP berichtete).

Ob also Ende 2019 eine Person aus der Kommunalpolitik als Geschäftsführer nachrückt, ob ein weiterer Fachmann aus der Unternehmensgruppe in die Führung aufsteigt, ob Dr. Müller und Armbrüster sich die Aufgaben teilen oder ob am Ende Schüren als Sprecher der Geschäftsführung weitermacht, bleibt also offen.

von Till Conrad