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Stadt bietet Lärmmessungen an

Streit in Dagobertshausen Stadt bietet Lärmmessungen an

Im Dauerstreit um Lärmschutz in Dagobertshausen bei Veranstaltungen des Hofguts deutet sich auf beiden Seiten Gesprächsbereitschaft an.

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Das Freiluft-Konzert von Gregor Meyle in Dagobertshausen sorgte für Ärger im Dorf.

Quelle: Thorsten Richter

Dagobertshausen. Dagobertshausens­ Ortsvorsteher Peter Reckling sagte nach der Ortsbeiratssitzung der OP am Freitag, der Ortsbeirat wolle einen Brief an die Geschäftsführung der Hofgut KG schreiben, in dem die Sorgen der Dagobertshäuser ­artikuliert werden sollen.

Nach der emotional aufgeheizten Sitzung vom Juli mit fast 50 Gästen waren es diesmal 18 Personen, die in der Sitzung des Ortsbeirats waren und zum Teil mitdiskutierten.
Michael Hamann, der Geschäftsführer des Hofguts, signalisierte gegenüber der OP ­Gesprächsbereitschaft: „Mir ist an Frieden im Dorf gelegen“, sagte Hamann, der in der Juni-­Sitzung des Ortsbeirats von ­Besuchern zum Teil scharf angegangen worden war.

Hamann wies gegenüber der OP erneut darauf hin, dass bei den öffentlichen Veranstaltungen des Hofguts die Lärmschutzbestimmungen eingehalten würden.
Sicherheitskonzepte würden gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt Marburg entwickelt. Er räumte aber ein, dass die objektive Lärmemission und die subjektiv gefühlte Lärmbelästigung zweierlei paar Schuhe sein könnten.

Insbesondere bei dem Auftritt von Gregor Meyle – dem ersten und bisher einzigen Open-Air-Konzert in Dagobertshausen – fühlten sich Bewohner schon am Nachmittag durch den Soundcheck belästigt, berichteten sie während der Ortsbeiratssitzung. So berichtete eine Bürgerin, dass sie die Bässe körperlich im Haus gespürt hatten, als das Konzert am Abend losging. Eine weitere Bürgerin berichtet dass sie sich durch die Konzerte nicht gestört fühle, „wir können aber nachvollziehen wie sich die Bürger fühlen, die unmittelbar betroffen sind.“

Es gibt aber auch gute Erfahrungen: Beim letzten Reitturnier waren die Lautsprecher gut gedämpft, so dass die Lautstärke „angenehm“ war, hieß es.

Fachdienstleiter Christian Prölß vom Ordnungsamt der Stadt Marburg berichtete, dass Bedienstete der Stadt Lärmemissionen gemessen hätten. Er bot weitere Messungen bei zukünftigen Veranstaltungen des Hofguts an.

Das nächste Konzert mit der Gruppe „Kölsche Jungs“ ist als Indoor-Konzert vorgesehen. Diesmal, so Prölß, werde auch beim Indoor-Konzert an den ­gemeldeten Stellen gemessen. Wer möchte, dass auch bei ihm gemessen werde, sollte dies mitteilen.

Ortsvorsteher Peter Reckling­ äußerte gegenüber der OP die Hoffnung auf eine gute Zusammenarbeit mit den Betreibern des Hofguts, um die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen. Er wünscht sich, dass der Ortsbeirat frühzeitig in die Planung von Großveranstaltungen einbezogen wird.

Gegenüber des Hofguts, im Dorfe 7, befindet sich eine baufällige Liegenschaft, die ebenfalls vom Hofgut gekauft wurde. Hamann sagte der OP, ein Nutzungskonzept stehe noch nicht genau fest. Der Ortsbeirat wünscht sich, dass im Zuge der Renovierungsarbeiten auch der Bürgersteig saniert und eine Querungsmöglichkeit zum Hofgut geschaffen werde.

  • Ein Anwohner ist beunruhigt über die Staubpartikel, die bei Sprengungen im Steinbruch bis nach Dagobertshausen reichen. Er regte an, dass mit dem Betreiber des Steinbruchs gesprochen werde, so dass dieser vor Sprengungen mit Wasser dafür sorgen soll, dass die Staubwolken nicht bis in den Ort ziehen.
  • In den städtischen Haushalt möchte der Ortsbeirat wieder den Mehrgenerationenplatz einbringen. Hier zeichnet sich eine positive Entwicklung ab, so dass Mittel für das Jahr 2019 für den Platz beantragt werden. Anfang 2019 sollen bis zur Bürgerversammlung die neuen Pläne vorliegen.
  • In Dagobertshausen soll ein Standort für einen Defibrillator gefunden werden.
  • Am 2. Dezember um 15 Uhr findet die Seniorenadventsfeier in Wehrshausen statt, teilte der Ortsvorsteher mit.

von Ingrid Lang und Till Conrad

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