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Marburg Stadt verschafft Planungssicherheit
Marburg Stadt verschafft Planungssicherheit
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14:12 19.02.2018
Die Parkdecks am UKGM auf den Lahnbergen sollen zu einem Parkhaus aufgestockt werden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Die in dem vergangene Woche öffentlich vorgestellten „Masterplan Universitätsklinikum Lahnberge“ formulierten Planungsziele sollen Grundlage sein für künftige Bauleitplanungen rund um das Universitätsklinikum auf den Lahnbergen. Das Stadtparlament muss dem Beschlussvorschlag des Bauausschusses am kommenden Freitag noch zustimmen.

Die Beschlussfassung soll dem UKGM unter anderem mehr Planungssicherheit geben. Bisher mussten alle Erweiterungen über Ausnahmeregelungen realisiert werden. Im Wesentlichen umfasst der Masterplan vier wesentliche Aussagen:

  • Bereits weit fortgeschritten sind die Planungen zur Aufstockung des zentralen Parkdecks vor dem Hauptgebäude. Hier soll eine fünfstöckige Parkpyramide entstehen, wodurch die Parkplatzkapazität von 1000 auf 2500 Parkplätze erweitert wird (die OP berichtete). Damit einher geht eine neue Verkehrsführung: Künftig soll es einen Kreisverkehr rund um das künftige Parkhaus geben. Bereits im Vorfeld der Bauarbeiten sollen in diesem Frühjahr 131 Parkplätze entstehen.
  • Kurzfristige Erweiterungsmöglichkeiten gibt es für das Klinikum vor allem im Bereich des dritten Bauabschnitts in Richtung Süden, also in Richtung Conradistraße/Mensa. Zudem wird ein Baufeld in unmittelbarer Nachbarschaft zum Technikgebäude freigehalten.
  • Sollte irgendwann einmal ­eine grundlegende Erweiterung des Klinikums oder ein Neubau als Ersatz für den in die Jahre kommenden ersten Bauabschnitt aus den 70er-Jahren notwendig sein, könnte dafür die Waldfläche in Richtung Norden, entlang der Landesstraße,­ genutzte werden. Mit dieser Festlegung würden sich Klinikum und Stadt darauf einigen, dass eine Erweiterung der Kliniksgebäude in Richtung Westen ausgeschlossen ist. Der Waldbestand sei dafür zu wertvoll, sagte UKGM-Chef Dr. Gunther K. Weiß bei der Präsentation der Pläne im Bauausschuss. Eine mögliche Erweiterung Richtung Westen sei schon zu einem relativ frühen Planungsstadium ausgeschlossen gewesen. Aber auch eine Bebauung der Fläche zwischen Partikeltherapiezentrum und Heizwerk sei Zukunftsmusik.
  • Entgegen der ursprünglichen Planung kommt das vorgesehene Ambulanz- und Diagnosezentrum in unmittelbarer Nähe­ zum UKGM-Hauptgebäude nicht (die OP berichtete).

Als das UKGM 2015 das Projekt in der Öffentlichkeit vorstellte,­ war das „Ambulanz- und ­Diagnostikzentrum“ als „Ärztehaus“ für niedergelassene Ärzte gedacht. Ähnlich dem an der Rhön-Zentrale, dem „Gesundheitscampus Bad Neustadt“ umgesetzten Konzept wollte das UKGM Praxisräume an niedergelassene Fachärzte vermieten, wenn diese ihre Arztpraxen in die Nähe des Klinikums auf den Lahnbergen verlegen wollten.

„Es gab eine ganze Reihe von Interessenten“, berichtet Dr. Weiß im Ausschuss. Ein Grund für das – zumindest vorläufige – Scheitern des Projekts sei aber die lange Planungsdauer gewesen. Das Ziel, ambulante und stationäre Behandlung am Standort Uni-Lahnberge deutlich enger zu verzahnen, sei aber dennoch erreicht, sagt Weiß.

Er verweist auf den Umzug des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts vom Lahntal auf die Lahnberge direkt neben die zentrale Notaufnahme und auf die Tatsache, dass sich in den Gebäuden des dritten Bauabschnitts bereits zahlreiche Facharztpraxen niedergelassen haben. Ein eigenes Ärztehaus sei deswegen nicht notwendig.

Noch keine Entscheidung über Zukunft der Zahnklinik

Ohne das angedachte Ärztehaus seien aber zentrale Entwicklungsziele für einen „Gesundheitscampus“ erreicht, sagt Weiß: So seien für das UKGM auf den Lahnbergen die Sanierung der zentralen Operationssäle und der Intensivstation im Hauptgebäude vereinbart. Für den Standort Ortenberg sei die Modernisierung der Klinik für Psychiatrie und der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie, im Plangebiet des bereits 2015 beschlossenen Bebauungsplans, nun ebenfalls verbindlich geregelt.

Die Zukunft der Zahnklinik am Ortenberg ist dagegen noch offen. Nach Aussage des UKGM könne dies nur in Abstimmung mit der Philipps-Universität entschieden werden, sagt Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

von Till Conrad