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Schwanensee verzaubert Ballett-Fans

St. Petersburg Festival Ballet Schwanensee verzaubert Ballett-Fans

Kaum ein anderes Ballett wird häufiger aufgeführt: Schwanensee mit der Musik von Peter Tschaikowski gilt für viele als das Synonym für Ballett. Nun war es im Erwin-Piscator-Haus zu sehen.

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Das St. Petersburg Festival Ballet begeisterte das Marburger Publikum im „Schwanensee“ mit tänzerischer Perfektion.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Das hochkarätige „St. Petersburg Festival Ballet“ präsentierte im restlos ausverkauften Erwin-Piscator-Haus die klassische Eleganz der Blütezeit des russischen Handlungsballetts. Das „St. Petersburg Festival Ballet“ gilt als eine der ästhetisch und technisch besten Ballett-Kompanien weltweit. Die künstlerische Leitung der Schwanensee-Produktion unterlag Margarita Kamysh. Die Choreografin ist Preisträgerin bedeutender internationaler Ballettwettbewerbe.

Der Schwanensee erzählt die Geschichte des jungen Prinzen Siegfried. Der feiert seinen 21. Geburtstag und wird von seinen Eltern rabiat darauf hingewiesen, dass er sich bald binden müsse, um das Königreich fortzuführen. In einsamer Grübelei entdeckt er im Vollmondlicht die Schwanenprinzessin Odette und schwört ihr ewige Treue. Odette aber steht unter dem Fluch des Zauberers Rothbart, der die Prinzessin in einen Schwan verwandelt hat.

St. Petersburg Festival Ballet, Schwanensee : Foto / Michael Hoffsteter

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Zum Fest von Siegfrieds Volljährigkeit stellt Siegfrieds Mutter ihm einige Mädchen vor, doch Siegfried hat nur Augen für das von Rothbart mitgebrachte Schwanenmädchen Odile im schwarzen Kleid. Er hält sie für Odette und schwört ihr seine Liebe. Rothbart jedoch wollte Siegfried täuschen und triumphiert angesichts seines Erfolgs. Letztendlich aber rettet Siegfried die wahre Odette vor dem Bösewicht und feiert mit ihr die gemeinsame unbändige Liebe.

Farbenprächtige Ausstattung und getanztes Temperament: so lässt sich die St. Petersburger Ballett-Inszenierung des Märchens zusammenfassen. Bunte­ Kostüme mit Liebe zum Detail trafen auf schlichte Hänge­kulissen und den künstlerischen Geist der russischen Ballettkompanie. Nach dem frischen, leichtfüßigen Tanz des Hofstaats im Schloss zu Siegfrieds Geburtstag präsentierten der Prinzenfreund Benno und zwei Hofdamen gekonnt einen traditionellen „Pas de trois“.

Im mystischen Mondschein traf der Prinz daraufhin inmitten bläulich reflektierender Nebelschwaden auf seine Schwanenprinzessin. Gemeinsam tanzten sie erstmalig zu dem bekannten Schwanenthema.

Solisten tanzen sich die Seele aus dem Leib

Auch in der zweiten Hälfte des Balletts bestachen die Tänzerinnen und Tänzer mit gefühlvollem Tanz und Emotionen. Mit Evelina Godunova war die anspruchsvolle Rolle des weißen und schwarzen Schwans glänzend besetzt. Bestens auf ­Balance, Kraft und Biegsamkeit trainiert wusste die Ballerina genau, wie sie die gegensätzlichen Charakterfacetten von Odette und Odile technisch und schauspielerisch auf den Punkt bringt.

Zurückhaltend vertraute sie sich dem Prinzen an, mit heftigen verschwörerischen Blicken tanzte sie sich als schwarzer Schwan gemeinsam mit dem impulsiven Rothbart die Seele aus dem Leib. Auch die 32 Fouettés, die berühmten Pirouetten, meisterte sie mit Leichtigkeit. Kein Wunder, dass das begeisterte Publikum vor Applaus nicht mehr an sich halten konnte.

von Julia Mädrich

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