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Sprudelnde Kreativität ohne Schubladen-Denken

Ausstellung Sprudelnde Kreativität ohne Schubladen-Denken

Aquarelle und Ölgemälde, Rostfarbe und Kaninchenfell: Gisela Weiß versucht sich an unterschiedlichsten Materialien und Themen.

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Gisela Weiß neben „El dorado + la dorada“.

Quelle: Mareike Bader

Marburg . Gisela Weiß‘ 36 Bilder sollen eigene Geschichten erzählen, Geschichten von dem, was sie selbst berührt, sagte die Künstlerin in der Käthe-Kollwitz-Schule. Ihre eigene Geschichte, wie sie zur Kunst kam, findet in der Nachkriegszeit statt, als sie mit fünf Buntstiften am Küchentisch saß und stundenlang malte. Diesen kindlichen Zugang mit stetem Drang, Neues auszuprobieren, hat sie sich bis heute erhalten. Das können Zeitungsartikel sein, die sie sammelt und daraus Bilder macht. Es sind aber auch konkrete Dinge, die sie inspirieren, wie ein toter Vogel, der vor ihrem Fenster lag und den sie als „Die tote Meise“ in Öl festhielt. So unterschiedlich die Inspirationsquellen – und die scheinen fast unerschöpflich –, so unterschiedlich sind auch die Arbeitsweisen von Gisela Weiß.

Schon in ihrer künstlerischen Ausbildung beschäftigte sie sich mit Tiefdruck, Radierungen und Holzschnitten. In der Ausstellung sind außerdem Arbeiten mit Aquarellen, Ölfarben, Acryl und Rostfarbe zu sehen sowie einige Werke mit Kaninchenfell und Blattgold. Die Arbeit mit Blattgold erweist sich dabei als äußerst filigran. Aus zwei Gramm Gold wird eine hauchdünne Schicht von einem Quadratmeter hergestellt, die auf jeden Windhauch reagiert. Im Flur des Erdgeschosses in der Käthe-Kollwitz-Schule ist in einer Vitrine etwas Blattgold ausgestellt, das schon beim Schließen der Vitrinentür von seinem Platz verweht wurde. Gisela Weiß hat mit dem Blattgold eindrucksvolle Werke geschaffen, wie „El dorado + la dorada“ im Treppenaufgang zum ersten Stockwerk. In dem anlässlich des Elisabethjahres 2008 entstandenen Werk verbindet sie das „Vaterunser“ mit indianischen Motiven.

Ein festes Konzept oder Thema sucht man vergeblich. Die Künstlerin will sich nicht fest binden und frei in ihrer Kunst sein. So lässt sie sich auch „Springer“ nennen. Ihr ist es wichtig, neue Dinge zu schaffen und Eindrücke zu verarbeiten, solange sie noch ganz frisch sind. So entstand das Bild „Plankton“, nachdem sie ein Foto von Forschern aus der Arktis gesehen hatte. Sie vergrößerte deren Aufnahme der winzigen Wassertierchen und verwendete neben Öl auch Leuchtfarbe, sodass die riesigen Planktons bei Nacht leuchten. Die Ausstellung in der Käthe-Kollwitz-Schule (Gebäude A) ist noch bis zum 1. Juli zu sehen. Informationen unter www.gisela-weiss.de.

von Mareike Bader

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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