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Marburg Sportvereine kritisieren neuen Frauenclub
Marburg Sportvereine kritisieren neuen Frauenclub
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00:18 30.06.2018
Rhoenrad-Turnerinnen der TSV Ockershausen zeigen ihr Können bei einer Sportgala. Der Mehrspartenverein hat nach eigenen Angaben mehr weibliche Mitglieder als männliche. Quelle: Florian Gaertner
Marburg

„Die Hälfte unserer 2600 Mitglieder sind Frauen. In allen unseren 15 Abteilungen, die Mannschaftssport betreiben, gibt es jeweils Frauen- beziehungsweise Mädchenmannschaften. Auch in den Einzelsportarten haben wir viele Frauen als aktive Sportler. Insgesamt gibt es auch zahlreiche weibliche Übungsleiter und Abteilungsleiter. Nicht zuletzt ist seit zehn Jahren eine Frau Vorsitzende. Integration durch Sport bedeutet für uns, gemeinsam Sport zu betreiben und nicht ­getrennt. Sport sollte immer verbinden und nicht trennen. Ein Mangel an Sportangeboten für Frauen gibt es meiner Meinung nach nicht in Marburg“, sagt Ulrike Ristau, Vorsitzende des VfL Marburg.

CDU-Parteichef stützt Kritik der Konkurrenzvereine

Ähnlich sieht das der TSV Ockers­hausen: „Wir sind ein Mehrspartenverein und haben ­wegen unseres breit gefächerten Sportangebotes in den Abteilungen Rhönrad, Turnen, Fitness und Gesundheit naturgemäß mehr weibliche Mitglieder. Es gibt außerdem viele weibliche Trainer, darüber hinaus hat der Verein seit 15 Jahren immer eine Frau als Vorsitzende gehabt. Wir sind außerdem seit Jahren Stützpunktverein für ­Integration. Ich kann nicht verstehen, dass in der Marburger Vereinslandschaft ein Mangel an Angeboten für Frauen existieren soll“, sagt Annika Nickol, Vorsitzende des TSV Ockershausen.

Auch die CDU zeigt sich irritiert: „Die an den bestehenden Sportvereinen geäußerte Kritik teilen wir nicht. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, auf ehrenamtlicher Basis und seit Jahren wird dort hervorragende­ ­Arbeit geleistet – gerade für Frauen“, sagt Dirk Bamberger, Parteichef der Konservativen. Dass die Vereins- und Sportlandschaft um einen Beteiligten wachse sei gut, aber „Vorwürfe, die klingen als ob es sonst keine Sportangebote für Frauen in der Stadt ­gebe, kann man so einfach
nicht stehen lassen“.

von Björn Wisker