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Marburg Spitzenpianisten und was „für Freaks“
Marburg Spitzenpianisten und was „für Freaks“
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20:10 14.09.2010
Das Kammerorchester Cappella Istropolitana aus Bratislava eröffnet unter Dirigent Volker Schmidt-Gertenbach die Konzertsaison am Freitag, 8. Oktober. Quelle: Privat

Marburg. Den Anfang macht am Freitag, 8. Oktober das Kammerorchester Cappella Istropolitana aus Bratislava unter Volker Schmidt-Gertenbach mit einem „außergewöhnlichen Konzert“, wie sich der Konzertverein sicher ist. Zu hören gibt es zwei „zu unrecht vergessene“ Komponisten – zum einen Joseph Martin Kraus, der „Odenwälder Mozart“, geboren 1756 und der ein Jahr später geborene Alessandro Rolla.

Sie werden mit ihren bisher unbekannten Werken zum ersten Mal beim Marburger Konzertverein vorgestellt. Die junge Jeanne Christée spielt das Violinkonzert D-Dur des italienischen Komponisten Rolla, der selbst ein „hochvirtuoser Geiger“ war, wie Dr. Friedemann Nassauer, Vorsitzender des Konzertvereins berichtet.

Nassauer erklärt die Bestrebung des Vereins nach Vollständigkeit und den Wunsch, nicht „die Hits zu spielen, die alle bringen.“ Es tauchen zwar immer wieder bekannte Stücke im Programm auf – so die 4. Sinfonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die „Italienische“, die am 24. Oktober vom Kammerorchester des Nationaltheaters Prag gespielt wird. Der Verein achtet jedoch streng darauf, dass diese Werke in Marburg dann schon lange nicht mehr zur Aufführung gekommen waren. Im Fall der „Italienischen“ ist es fast 20 Jahre her, dass sie im Programm des Konzertvereins vorkam.

Am Dienstag, 2. November, freut sich Nassauer besonders auf den Cellisten Steven Isserlis, der zur Weltelite an seinem Instrument gehört. Begleitet wird er am Klavier von Ian Brown, mit dem er Stücke von Fauré und Beethoven zu Gehör bringen wird.

Über die Pianistin, die sich am 12. November in der Stadthalle die Ehre gibt, hatte Nassauer eine kleine Anekdote auf Lager: Elena Kolesnitschenko, die bereits als Neunjährige international auftrat, kam in einem Dokumentarfilm über die musikalische Ausbildung von Kindern in Russland vor, der 2000 vom WDR gedreht wurde.

Zwei Wochen danach, am 21. November ist es Ana-Marija Markovina, die am Klavier mit Mendelssohn-Bartholdys Klavierkonzert in a-Moll glänzen will. Dazu kommt ein „saftiger Chopin“, wie es Nassauer ausdrückt. Am selben Abend wird die Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg dem Marburger Publikum außerdem ein selten gespieltes Werk präsentieren: Carl Philipp Emanuel Bachs Streicher-Sinfonie h-Moll – etwas „für Freaks“.

Am 2. Dezember findet das letzte Konzert vor Weihnachten statt. Traditionell hält sich der Konzertverein aus dem Trubel der vielfältigen Konzertangebote in der Weihnachtszeit heraus. Die Verabschiedung in die kleine „Winterpause“ wird vom Saxophonquartett Bensmann gestaltet, das Bachs „Kunst der Fuge“ in ungewöhnlicher Instrumentierung aufführt.

Auf ein Wiedersehen mit dem Trio Bamberg können sich die Marburger Musikfreunde am 18. Januar freuen. Die drei Musiker werden unter anderem ein zeitgenössisches Werk „Fourteen Little Pictures“ des schottischen Komponisten James MacMillan zur Aufführung bringen. Auch ein Kinder- und Jugendkonzert mit der Jungen Marburger Philharmonie soll es wieder geben. Im vergangenen Jahr war die Resonanz überaus gut.

Zu einem Violinabend mit Stücken von Mozart und Bartók mit Ulf Schneider, begleitet von Stephan Imorde lädt der Konzertverein am 17. Februar ein. Den Abschluss der vielseitigen Konzertsaison macht am 12. März der deutsche Spitzenpianist Bernd Glemser.

von Tanja Hamer