Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Spies schaltet sich in Waldweg-Debatte ein

Brief an Ministerin Priska Hinz Spies schaltet sich in Waldweg-Debatte ein

In die Debatte um einen fahrradtauglichen Waldwegebau bezieht der Magistrat Stellung: OB Spies wendet sich an die Landespolitik, fordert vom zuständigen Ministerium einen Stopp des Rückbauvorhabens.

Voriger Artikel
Gender Budgeting soll Sportförderung nicht ändern

Der Alte Kirchhainer Weg auf die Lahnberge besteht aus einer verdichteten Schotterschicht, statt der früheren Asphaltdecke – die möchten viele Waldbesucher wiederhaben.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Schotterung mit Rutscheffekten“: Klare Worte­ findet Spies in einem persönlichen Schreiben an Staatsministerin Priska Hinz, das der OP vorliegt: Darin möchte Spies das Ministerium „nachdrücklich ersuchen, gegenüber Hessen Forst darauf hinzuwirken, dass zumindest bestehende, asphaltierte Radwege, auch wenn es sich formal um Forstwirtschaftswege handelt, in diesem Zustand erhalten bleiben“. Zuvor hatten sich etwa auch Ortsbeiräte  und die BI Verkehrswende in der Sache zu Wort gemeldet, (die OP berichtete).

Laut Spies stelle der Umstieg von Asphalt auf Splitt durch den Landesbetrieb „eine Entfernung einer stabilen Oberflächenschicht“ dar, die den Bereich Lahnberge „weniger fahrtauglich“ mache und in Marburg „mit großem Bedauern“ zur Kenntnis genommen werde.

Stadt könnte Rückbau nicht gutheißen

Nach Einschätzung der Stadt seien Asphaltwege gerade in Hanglage sowohl bei Schlechtwetterlagen wie bei Bremsmanövern sicherer und „deutlich zu bevorzugen“. Gerade weil die Stadt den Radverkehr fördern wolle, könne sie einen Rückbau nicht gutheißen und fordere Radwegeverbindungen, die „gerade in diesem Bereich durch eine ordentliche, geschlossene Oberflächendecke und möglichst durch Beleuchtung gesichert“ sein sollten.

Spies bezieht sich nicht nur auf die laufenden Pläne für die Waldtalstraße, sondern ebenfalls auf den bereits durchgeführten Wegebau am Alten Kirchhainer Weg zum Uniklinikum: Dort endeten die Pläne der Stadt nach einer „ordentlichen, das heißt asphaltierten und beleuchteten, Radwegeverbindung“ zuletzt in einem Kompromiss, mit einer Befestigung per Schotterschicht und ohne Beleuchtung.

Gerade ob dieser „provisorischen Einigung“ habe die Stadt nun erst recht kein Verständnis mehr, dass das Land zwischen Waldtal und Bauerbach weitere bestehende Teerdecken abtragen lässt und „bislang hervorragend geeignete Radwegeverbindungen nur noch schottern will“, so Spies. Eine feinkörnige Schotterung sei zwar „besser als nichts“, so entstehe damit dennoch eine „deutlich qualitativ geringerwertige Oberfläche für die Nutzung durch Radfahrer“.

Angesichts der städtischen ­Topografie, eines knappen Straßenraums und ökologischen Belangen „plädiert der Magistrat für einen weiteren Ausbau des Radverkehrs und der Fahrradnutzung“, betont Spies.

Petition geht an den Start

Hessen Forst verweist derweil auf einen praktischen, ökologischen Nutzen von geschotterten Wegen, die zudem kostengünstiger zu pflegen seien, sagt Bernd Wegener, Leiter des Forstamts Kirchhain. Das Vorhaben wurde lange im Vorfeld mit dem Land abgestimmt und bislang kam keine gegenteilige Order, „natürlich kann sich das Blatt wenden, es ist eine politische Entscheidung – die treffen nicht wir“, sagt Wegener.

Auch andere Marburger formulieren mittlerweile Kritik: Darunter Dr. Martin Güngerich, Übungsleiter der Laufschule Marburg. Er hat auf der Onlineplattform eine Petition gegen den Wegebau gestartet und fordert den Erhalt der Waldtalstraße und des Hans-Helmut-Paul-Weges.

von Ina Tannert

Voriger Artikel