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Sphärenklänge und ekstatischer Taumel

Kurhessische Kantorei Sphärenklänge und ekstatischer Taumel

Sieben Minuten lang, teilweise stürmisch und im Stehen, applaudierten die 250 Besucher am Sonntag nach Arthur Honeggers symphonischem Psalm „König David“ dem Chor, den Vokalsolisten und dem Orchester sowie Dirigent Uwe Maibaum.

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Die Kurhessische Kantorei führte Arthur Honeggers „König David“ auf.

Quelle: Helmut Rottmann

Marburg. Die Musik zur Theaterfassung wurde 1921 uraufgeführt; die am Sonntag zu hörende Konzertfassung mit Rezitationstexten von Hans Reichert und der Instrumentierung für ein volles Orchester 1923. Auch wenn das Werk somit schon seit rund 88, beziehungsweise 86 Jahren aufgeführt wird, schien es für manchen Marburger zu unbekannt und/oder zu modern zu sein: In der Pfarrkirche blieben zwar viele Plätze frei, aber nur wenige Gäste verließen vorzeitig das Konzert.

Doch für fast alle Zuhörer wurde die Aufführung ein Klangerlebnis. Die 60 Sängerinnen und Sänger der Kurhessischen Kantorei gingen unter der souveränen Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum mit Enthusiasmus, mit Gespür und Einfühlungsvermögen die vertonte Lebensgeschichte von David an.

Honegger gab dem Chor neben einfachem Unisono anspruchsvolle Aufgaben. Die schwierigen Intervallsprünge, modale Skalen, Polytonalität und Dissonanzen sowie wechselnde Rhythmen meisterten die Vokalisten immer sicherer.Die schlichten Passagen von Lob und Dank, Bitte und Buße klangen, leise gesungen, weich, geschmeidig, verinnerlicht. Hier war der Chorklang besonders schön ausgewogen. Der Frauenchor war spitze: Mit Sphärenklängen verzauberte er das Publikum und setzte immer wieder Glanzpunkte.Kraft- und schwungvoll waren die effektvollen Szenarien.

von Helmut Rottmann

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