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Marburg Brückensperrung: Wege bis zu 45 Minuten länger
Marburg Brückensperrung: Wege bis zu 45 Minuten länger
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15:00 28.02.2018
Mitarbeiter mancher ambulanter Pflegedienste haben es zu Zeiten des Berufsverkehrs schwer, pünktlich zu ihren Patienten zu kommen. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Lange Staus gab es gestern wie bereits am Montag vor allem nachmittags entlang der Willy-Mock- und Stephan-Niederehe-Straße in Richtung Stadtautobahn. Auch die Hohe Leuchte war in den Stunden des Pendlerverkehrs verstopft. Und was sagen Vertreter ambulanter Pflegedienste zur Verkehrslage? Ihre Mitarbeiter sind zu verschiedenen Zeiten in Marburg und Umgebung unterwegs, um Menschen zu versorgen.

„Das Problem ist gravierend“, sagte etwa Christa Diessel von der gleichnamigen Marburger Hauskrankenpflege. Die 60 Pflegekräfte, die etwa 34 Touren am Tag fahren und zwischen 230 und 250 Einsätze haben, müssen nun die Umleitungswege entweder über die Universitätsstraße oder beim Hauptbahnhof nehmen, um zu den Patienten zu gelangen. Diessel berichtete­ von Staus in der Universitätsstraße und der Schwanallee. „Das führt zu Verspätungen zwischen einer halben Stunde und 45 Minuten“, sagte Diessel.

Diese Probleme treten vorwiegend morgens und mittags auf.Die Mitarbeiter im Frühdienst seien ab 5.30 Uhr im Einsatz, die ersten Patienten morgens benötigen etwa Insulin-Spritzen und Kompressionsstrümpfe. Mittags erfolgt beispielsweise die Medikamentengabe. Von den Krankenkassen sei für alle Einsätze eine Zeittaktung vorgegeben. „Für die Medikamentengabe und Insulinspritze haben wir 15 Minuten Zeit. Und die Fahrtzeit ist dabei eingerechnet.“

Thomas Laibach von der gleichnamigen Häuslichen Krankenpflege sagte, dass es bei ihnen keine massiven Probleme gebe. Zwar seien die Rückstaus bis auf die Marburger Stadtautobahn gegeben, aber: „Wir kriegen es hin.“
An die Pflegedienstleiterin der „Hausengel Pflegedienste“ wurde gestern zurückgemeldet, dass es zu Verzögerungen durch stockenden Verkehr an der ­Cappeler Südspangen-Kreuzung kam und sich daher eine Mitarbeiterin bei einem Termin verspätete.

Clemens Körner, Fachkraft beim ambulanten Pflegedienst der Johanniter, hatte dagegen bislang noch keine Probleme, pünktlich zu seinen Hausbesuchen zu kommen. Er habe ­lediglich eine Rückmeldung bekommen, dass es sich morgens zu Zeiten des Berufsverkehrs an bestimmten Stellen in Marburg staue. Er habe aber bisher Glück gehabt und alle Ziele gut über die Stadtautobahn erreichen können. Körner verwies allerdings darauf, dass es davon abhänge, wo die ambulanten Pflegedienste ihre Patienten haben, ob es zu Verkehrs-Problemen komme.

Das bestätigte auch Natalie­ Sauerwein, stellvertretende Pflegedienstleiterin bei der Diakoniestation Marburg. Die Pflegekräfte seien eher auf den Dörfern im Einsatz und müssten selten in die Stadtmitte, weshalb sie „im Großen und Ganzen­ ­weniger Probleme haben“.

von Simone Schwalm und Björn Wisker