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Marburg Spaziergang durch Gegenwartskunst
Marburg Spaziergang durch Gegenwartskunst
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20:47 23.02.2012
Hinter der Installation „Wind“ der Künstlerin Isa Genzken gehen Besucher im neu eröffneten Städel-Erweiterungsbau vorbei. Der unterirdische Bau beherbergt jetzt den Sammlungsbereich Gegenwartskunst und kostete rund 34 Millionen Euro. Quelle: Boris Roessler

Frankfurt. Die Kunst nach 1945 lässt sich kaum linear erzählen, zu vieles passiert parallel oder überschneidet sich. In der neuen Halle für Gegenwartskunst im Frankfurter Städel-Museum ist diese Erkenntnis mit Konsequenz in eine sehr intelligente Hängung umgesetzt worden. Der Besucher läuft nicht an einer imaginären Zeitleiste entlang, sondern flaniert zwischen Themen und Theorien wie zwischen Feldern und Häusern, er schreitet auf seinem Weg Diskussionslinien ab und kann an zentralen Kreuzungen jederzeit die (Kunst-)Richtung ändern.

Von außen ist der Erweiterungstrakt kaum zu sehen. Das Frankfurter Architektenbüro schneider+schumacher durfte nicht ein weiteres Architektur-Ausstellungsstück ans Museumsufer stellen wie Richard Meier, Oswald Mathias Ungers oder Günter Behnisch. Ihr 3.000 Quadratmeter großer und 34 Millionen Euro teurer Neubau liegt auf der Rückseite des Städel unter der Erde. Von außen nur eine – von 195 runden Glasfenstern durchsiebte - Wölbung im Rasen, offenbart der Bau erst im Inneren seine Pracht.

Von oben (aus der klassischen Moderne) kommend, läuft der Besucher zunächst über eine Art Brücke mit Werken der 1920er und 1930er Jahre. Der eigentliche Rundgang durch die Kunst nach 1945 beginnt auf einem zentralen Platz in der Mitte des Saals, dort, wo die Deckenwölbung am höchsten ist. Dort scheiden sich die zwei Grundhaltungen der Moderne: Rechter Hand hängen eher die abstrakten Positionen, linker Hand die mehr gegenständlichen Kunstwerke, in der Mitte aktuelle Malerstars, die sich dieser Zweiteilung entziehen.

von Sandra Trauner

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