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Marburg Umbau für den Feuerwehrnachwuchs
Marburg Umbau für den Feuerwehrnachwuchs
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00:18 14.09.2018
Am Wochenende kommt Finanzminister Dr. Thomas Schäfer für den ersten Spatenstich des Landes-Jugendfeuerwehrausbildungszentrums nach Cappel. Es entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Erstaufnahmeeinrichtung.  Quelle: Thorsten Richter
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Cappel

Am Samstag, 15. September, ist Spatenstich, zusammen mit dem hessischen Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Damit beginnen die Arbeiten des ersten Bauabschnittes durch das Land Hessen.

Denn die Zusammenführung des Jugendfeuerwehrausbildungszentrums (JFAZ), der Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr sowie zusätzliche Räumlichkeiten für die Hessische Landesfeuerwehrschule entstehen in zwei Bauabschnitten auf dem neuen Gelände am Lintzigweg.

Die dort seit 2015 bestehenden und mittlerweile leerstehenden Gebäude werden dafür umgebaut. Das Land teilte mit, dass die Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2019 abgeschlossen sein sollen. Laut Erwin Baumann, Leiter der Landesfeuerwehrschule in Kassel, seien 52 Einzelzimmer inklusive Bad, Büros, vier Sozialräume, vier Freizeit- und Sporträume, Werkräume, Lehrküche, Küche, Speisesaal und Lehrsäle geplant.

In einem Gebäude sollen die Geschäftsstelle der Hessischen Jugendfeuerwehr und eine Hausmeisterwohnung untergebracht werden. Zwei Lehrgänge­ können laut Baumann parallel stattfinden. Anreise- und Abreisetage seien für die Teilnehmer jeweils Montag, Freitag und Sonntag. Aktuell gebe es in Marburg jährlich rund 40 Lehrgänge und 800 bis 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Jahr.

Planungen sind noch nicht abgeschlossen

„Wir planen, weitere Lehrgänge­ der Landesfeuerwehrschule in Marburg stattfinden zu lassen, die keinen Praxisanteil haben und daher die Übungsanlagen und Feuerwehrfahrzeuge in Kassel nicht benötigen“, ergänzte Baumann. „Es ist beabsichtigt, in einem zweiten Bauabschnitt die Zahl der Lehrgangsplätze am Standort Marburg-Cappel auf 72 zu erhöhen.

Die konkreten Planungen dafür sind noch nicht abgeschlossen“, erklärte Benjamin Crisolli auf OP-Anfrage von der Pressestelle des Innenministeriums. Das rund 13 000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem die Gebäude des Landes stehen, verkauft die Stadt mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 9. November 2017 dafür an das Land Hessen.

Auf einer freien Fläche daneben soll das neue Cappeler Feuerwehrhaus entstehen. Der Baubeginn für das Feuerwehrhaus mit Trainingszentrum ist für 2019 geplant, die Kosten schätzt die Verwaltung auf acht Millionen Euro, das Bauamt rechnet mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Weitere Abfahrt für 
besseren Verkehrsfluss Entstehen soll ein Gebäude mit mehreren Fahrzeughallen, angrenzend daran Umkleide- und Seminarräume. Geplant wird auch das Trainingszentrum als Anbau. „Hier wäre eine separate Errichtung in einem zweiten Bauabschnitt möglich“, so Frank Lenz vom Fachdienst Hochbau.

Grundstück ist 9000 Quadratmeter groß

Für Bürgermeister­ Wieland Stötzel ist es sinnvoll beide Gebäude zeitgleich zu errichten, „je nach Kassenlage könnten jedoch zwei Bauabschnitte nötig werden“, so sein Ziel. Eine zweite Abfahrt auf die Umgehungsstraße ist ebenfalls geplant. Dadurch soll der Verkehrsfluss auf der Umgehungsstraße im Einsatzfall zum Feuerwehrhaus und zum Einsatzort verbessert werden.

Ursprünglich war ein Ersatzneubau am bisherigen Standort an der Umgehungsstraße ­geplant, der genauso teuer geworden wäre, wie jetzt der komplette Neubau am neuen Standort Lintzigweg.

Laut Lenz könnten in den Detailplanungen mehrere Synergieeffekte mit der Landesjugendfeuerwehrschule­ entstehen, beispielsweise bei der Wärmeversorgung, der Nutzung des Trainingszentrums und einer gemeinsamen Planung der Grünflächen.

Der Bau des Feuerwehrhauses inklusive Trainingszentrum für alle Marburger Wehren am neuen Standort bringt laut Feuerwehrdezernent Stötzel auch finanzielle Vorteile mit sich: „Da die Feuerwehr durch einen Neubau am anderen Standort bis zur Fertigstellung im bisherigen Feuerwehrhaus bleiben kann, sparen wir die Kosten für eine Zwischenunterbringung“, so Stötzel.

Das beplante, rund 9000 Quadratmeter große Grundstück nördlich der Erstaufnahmeeinrichtung gehört der Stadt. Was nach dem Umzug mit dem bisherigen Feuerwehrhaus passiert, ist nicht entschieden. 

 von Katja Peters

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