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Spanier lieben das OpenEyes-Festival

Filmfestival Spanier lieben das OpenEyes-Festival

Seit zwei Jahren findet das Kurzfilmfestival „OpenEyes“ wieder im Café Trauma statt. Das Wetter hat diesmal leider nicht mitgespielt, trotzdem waren die vier Tage mit über 80 Filmen ein voller Erfolg.

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Der spanische Film „Dicen (They Say)“ wurde von den Besuchern des Festivals zum besten Kurzfilm gewählt. Foto: privat

Marburg. Mit dem Wetter hatten die Organisatoren wirklich Pech. Nur am Donnerstag konnte der idyllische Garten für die Aufführungen genutzt werden. Aber das hauseigene Kino mit seiner intimen Atmosphäre war ein geeigneter Ersatz. Rund 200 Besucher ließen sich pro Tag in die Kinosessel fallen und hatten Spaß daran, selbst Jury für den Publikumspreis spielen zu dürfen.

Um die Stimmung zu wahren, wurden die Filmvorführungen in kleine Blöcken unterteilt. In den Moderationen dazwischen war dann Zeit, um den Filmen ihre Wertung zu geben. Wer meint, bei dem Wetter seien die Leute lieber im warmen Zuhause geblieben, der irrt. Bereits am Samstag waren mehr Stimmzettel eingegangen als beim vorherigen Festival insgesamt. Vielleicht liegt das am typischen „OpenEyes-Gucker“: Der ist wind- und wetterfest, bringt gleich eine warme Decke, Regenjacke und eine Thermoskanne mit und sieht sich jeden Film an vom Mittag bis zum späten Abend. Das sagt jedenfalls Organisatorin Nadine Lattmann.

Und auch die vielen Freiwilligen, die man rund ums Trauma finden konnte, waren schnell vom OpenEyes-Fieber infiziert: „Sobald du die erste Bierbank in der Hand hast, bist du OpenEyes“ Und so blieben viele länger da, als es eigentlich geplant war.

Die Kurzfilme waren unterteilt in die Kategorien Experimentalfilm, Dokumentarfilm, Animation und Spielfilm. Mit über 80 gezeigten Filmen waren es 15 Filme mehr als im Vorjahr.

Die Auswahl zu treffen war nicht leicht. Um die 500 Filmen wurden aus verschiedenen Ländern eingereicht, darunter Frankreich, Polen, Russland, Japan und Indien.

Die meisten Filme kamen jedoch aus Deutschland und Spanien - sogar jeder vierte Film stammte aus Spanien. Woran das liegen könnte, wurde beim „Filmemacher-Sofa“ diskutiert. Während die Filmemacher das Gespräch genossen, war das Publikum sehr schüchtern und viele zog es schnell wieder zurück in den Kinosaal.

Den schönsten Kommentar zum Festival stammte bestimmt von dem Spanier Alejandro Pérez Blanco. Auf jeden Fall komme er wieder. OpenEyes seien seine Ferien, denn zuhause in Madrid könne er nicht aufhören zu arbeiten. Und das zeigt die Besonderheit des Marburger Kurzfilmfestivals: Es ist klein, persönlich und einfach perfekt für die ersten Schritte im Filmgeschäft.

Gewonnen hat in der Kategorie Spielfilm „Dicen (They Say)“ aus Spanien und „ La Lavadora“, ebenfalls ein spanischer Film. Beiden waren punktgleich.

In der Kategorie Animation: heißt der Sieger „Duo De Volailles, Sauce Chasseur“ aus belgien, bei den Dokumentationen „Stimmig - zehn Vokalexkursionen“ aus Deutschland. Der beste Experimentalfilm ist „Wenn ich nicht geboren wäre“ aus Deutschland.

Wer das Festival verpasst oder noch nicht genug hat, kann die Gewinner der vier Kategorien noch einmal sehen, und zwar heute um 20 Uhr im Trauma im G-Werk.

Von Mareike Bader

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