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Marburg Spagat zwischen Pop, Klassik und Kitsch
Marburg Spagat zwischen Pop, Klassik und Kitsch
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17:50 20.03.2013
Erfolgreicher Australienexport bringt Frauenherzen zum Schmelzen: „The Ten Tenors“ begeisterten ihre Publikum in der Stadthalle mit einer perfekten Show.Foto: Tonia Simone Pöppler Quelle: Tonia Poeppler
Marburg

Perfekt. Eine andere Beschreibung wäre nicht zutreffend für diesen Abend der Superlative. Zehn smarte, junge Männer in schicken schwarzen Anzügen, die mit geschulten Stimmen eine nahezu majestätische Gesangsshow darboten und neben klassischem Werken vor allem Rock- und Popdauerbrenner präsentieren.

Eine imposante Gruppenstärke, eine ansprechende Inszenierung und Choreografie, eine überladene Lichtshow: Das Konzept ging auch in der Marburger Stadthalle voll auf.

Kaum hatten die zehn Australier die Bühne betreten, bewegten sich die ersten „Oh‘s“ und „Ah‘s“ durch die Publikumsreihen. Und je später der Abend wurde, desto mehr rissen die Australier die knapp 1000 Marburger mit.

Mit unsterblichen Stücken wie beispielsweise „Ave Maria“, „Miserere“ und „Nessun Dorma“ in zeitgenössischem Gewand und modernen Liedern wie „I’d Do Anything For Love“ (Meat Loaf), „Wind of Change“ (Scorpions), „The Boxer“ (Simon & Garfunkel) und „Hallelujah“ (Leonard Cohen) sowie Hit-Medleys von Michael Jackson, Queen und Elton John ließen die zehn Herren die Emotionen des Publikums gekonnt Achterbahn fahren. Nicht fehlen durfte natürlich ein wenig Heimat-Folklore der zehn Sänger von „Down Under“.

Perfektion bis in die letzte Pore

Der gleichnamige Hit von „Men at Work“ fand natürlich ebenso in dem etwa zweistündigen Programm Platz wie die heimliche Hymne Australiens „Waltzing Matilda“ oder aber „I still call Australia home“.

Zwar kamen die Orchesterklänge vom Band, doch mit einem quirligen Maestro am Klavier, einem Schlagzeuger und einem Gitarristen ging der Reiz von Live-Musik nicht gänzlich verloren.

Und mit professionellem Charme und Witz, aber auch mit gezielten, besinnlichen Momenten, konnte man leicht darüber hinwegsehen.

Das Konzert endete erst nach einigen Zugaben, begleitet von stürmischem Beifall im Stehen. Und nach „Hey Jude“ von den „Beatles“ als großes Mitsing-Finale war das Publikum restlos begeistert und verzaubert, wenn auch etwas reizüberflutet.

Wer nach Pavarotti, Carreras und Domingo als Tenor auffallen will, muss auffallen. Und mit der Darbietung ihres Talentes in einer Weise, mit der sich selten andere Künstlergruppen messen können, schaffen „The Ten Tenors“ auch genau dies.

Die einschmeichelnden Stimmen, die mit geballter tenoraler Stimmkraft singen, sorgten für verzückte Reaktionen. Ganz sicher, die Fans der sexy Australier waren eindeutig weiblich. Dass den Herren dies auch vollkommen bewusst war, machten sie in einer ihrer frechen, englischen und gebrochen deutschen Ansprachen ans Publikum klar: „Wir unterschreiben nach der Show alles was sie wollen: Eintrittskarten, Fotos und jedes Körperteil.“

Doch für alle war etwas dabei in der perfekten Show der „Double Platinum“-Welttournee um ihr gleichnamiges, insgesamt zehntes Album. Ein Vokalensemble bei dem jeder Schritt, jede Geste genauso gut saß, wie die Anzüge und Frisuren, die sie trugen.

von Tonia Simone Pöppler

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