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Sonnenschein für heimische Bands

Ortenberger Rock‘n‘Roll-Gewitter Sonnenschein für heimische Bands

„Als wir gegen 17 Uhr hier angekommen sind, stand die Bühne unter Wasser“ erzählt Straight-Bourbon-Sänger Norbert Bender, „aber das Team hier hat alles gegeben und mit Handtüchern die Bühne trockengelegt.“

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Gute Stimmung beim „Ortenberger Rock‘n‘Roll-Gewitter“.

Quelle: Jürgen Jacobs

Marburg. Es hatte sich gelohnt: Um kurz nach 19 Uhr standen „The Heads“ bei strahlendem Sonnenschein als erste von drei Bands des zweiten „Ortenberger Rock'n'Roll-Gewitters“ auf der Bühne. Umrahmt von zwei amerikanischen Oldtimern und mit einigen Besuchern mit Petticoat und Pomade im Haar kam schnell das nötige Rock'n'Roll-Festival-Feeling auf.

Die vier Marburger „Köpfe“ begeisterten mit ihrer Rockabilly-Show und sorgten unter anderem mit Songs von Johnny Cash und Jerry Lee Lewis dafür, dass die ersten Gäste schon früh am Abend das Tanzbein schwingen konnten. Und selbst vor „You Shook Me All Night Long“ von AC/DC machten sie nicht halt und verwandelten den Song in feinsten Rock'n'Roll in Stile der 50er- und 60er-Jahre.

„Straight Bourbon“ krönen Abend

Als Zweites begeisterten dann die vier „Cousins“ von den „Boptown Cats“. Die Mannen aus Marburg und Lahntal sorgten mit Cover-Songs und Eigenkompositionen für viel Stimmung. Die temperamentvollen Schlagzeug-Einlagen von Schlagzeuger Remo Michel, Henry Michels virtuoses Tastenspiel, Richard Maciosseks Stimme und Gitarren-Riffs und die rhythmische Kontrabass-Bearbeitung von Henry­ Bausch machten die Bühnenshow zu einem Hingucker. Das Rock'n'Roll-Gen lebt offensichtlich auch in der nächsten Generation des Familienclans weiter: Santino Haas, Henry Bauschs 13-jähriger Sohn, machte sowohl im Duett mit seinem Vater und auch als fünftes Mitglied der Band beim Dire-Straights-Klassiker an der E-Gitarre eine gute Figur.

Den krönenden Abschluss des Abends durften dann die Mannen von „Straight Bourbon“ feinsten Rhythm'n'Blues und Soul spielen. Mit ihrer fünfköpfigen Bläser-Sektion gaben sie auch gleich richtig Vollgas. Im Stil der Blues Brothers mit wechselnden Leadsängern und einer energiegeladenen Bühnenshow rissen sie die Zuhörer mit.

Anwohner sorgen für vorzeitiges Ende

Die Organisatoren um Boptown-Cats-Bassist Henry Bausch und seinem Cousin Tarek Michel hatten den Platz an der Käthe-Kollwitz-Schule in ein richtig schönes Festival-Gelände verwandelt. „Ein richtig tolles Festival mitten in unserer Stadt, wo sich alle bei kühlen Getränken, toller Musik und bester Stimmung begegnen können“, freute sich ein Gast aus der Georg-Voigt-Straße. Doch leider teilten diese Ansicht wohl nicht alle Anwohner am Ortenberg.

Denn weit vor Mitternacht musste die Livemusik schon verstummen und Straight Bourbon konnte so nur knapp eine Stunde spielen. Doch nachdem alle 18 Musiker noch einmal gemeinsam zum Finale auf der Bühne standen, gab es mit „Hey Jude“ noch einen Rausschmeißer in die mittlerweile doch recht kühle Frühsommer-Nacht, die knapp vier Stunden echtes Rock'n'Roll-Gewitter erleben durfte.

von Jürgen Jacob

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