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Marburg Songs aus drei starken Jahrzehnten
Marburg Songs aus drei starken Jahrzehnten
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16:05 01.09.2013
„Schaffi“ Martin „Bon“ Schaffrath von FA/KE sprang für den Sänger der „Jailbreaker“ ein. Quelle: Ben Wangler
Marburg

ie Bühne könnte auch ein Nebenstage auf einem der größeren Rock-Festivals sein, jedoch ist sie im historischen Schwanhof aufgebaut; davor stehen Biergarten, dazu Bier- und Essenstände, aber – welch eine Freude – auch Ausschank von Whiskey und Cocktails, außerdem einige Marktstände, die Schmuck und Ähnliches anbieten. Das alles inmitten des Gevierts der historischen Gemäuer, die für eine gute Akustik sorgten, den Auftritt der insgesamt drei Bands verstärkten und schließlich als schattenhafte Kulisse der Feuershow von „Phoenix Nocta“ dienten.

Evergreens der Rockmusik

„Campaign like Clockwork“ hieß die erste Formation, die zwar als ambitionierte Nachwuchsband aus Wetzlar angekündigt wurde, aber längst über diesen Status herausgewachsen ist. Die Position im Lineup war etwas ungünstig, da viele Besucher erst gegen Abend eintrafen und so den mitreißenden Alternative Rock und poppigen Indie leider verpassten.
Zum frühen Abend hin traten „Touch of Grey“ aus Lauterbach auf die Bühne, die seit 1996 rocken und dabei vor allem Stücke der 1960er und 1970er Jahre bevorzugen und covern. Die sechsköpfige Combo spielte Songs von den Rolling Stones, bekannte Rockballaden wie „Free Falling“ von Tom Petty, aber auch Stücke aus den 1980er Jahren wie von Guns N’Roses oder Tracy Chapman.
Insgesamt gelang den Vogelsbergern eine unterhaltsame Darbietung, der es jedoch etwas an Intensität und Bühnenpräsenz mangelte. Mit zunehmender Dunkelheit wurden die Teufelshörner aufgesetzt, rote glühende Plastikhörner, die auch bei jedem AC/DC-Konzert nicht fehlen dürfen. Wie ihre australischen Rock-Vorbilder AC/DC heizten „Jailbreaker“ über zwei Stunden den „Rock’n’Roll-Train“ an. Unterstützt wurde das Bühnenspektakel mit einer fulminanten Lichtshow der am Schwanhof ansässigen Veranstaltungstechniker von Francis Audio, die perfekt mit der musikalischen Dramaturgie korrespondierte. Leadgitarrist Dieter „Angus“ Gary, in maßgeschneideter Schuluniform und Kappe, trieb die scharf geschliffenen Gitarren-Riffs und überzeugte mit energischen wie exzentrischen Soli.

Hardrock und Feuerkunst

Sein Kollege an der Front, Sänger Toni „B&B“ Montana, fiel leider aus, stattdessen sprang „Schaffi“, Martin „Bon“ Schaff­rath von FA/KE aus Fulda ein. Ungestüm und leidenschaftlich beschwor er den typischen AC/DC-Gesang der Bon-Scott-Ära, der wie eine heisere Krähe im Obertongesang jeden Singvogel niederwalzt. Für das instrumentale Fundament der Rockklassiker sorgten im Hintergrund Gitarrist Gunnar „Malcolm“ Schmidt, Bassist Thomas „Cliff“ Türling und Schlagzeuger Marc „Phil“ Laukel. Die Atmosphäre wurde fast nostalgisch; der Hardrock von AC/DC ist eben unverändert, rustikal, explosiv und ehrlich und darum altbewährt. Abgerundet wurde
der Abend durch die vielseitige Feuershow der Artisten von „Phoenix Nocta“. Aus den Boxen summte noch der Hardrock, während die vier Feuerkünstler vor der staunenden Menge mit den Flammen tanzten.
Für die Organisatorin Lydia Holzenleiter war das Open Air ein Erfolg; und so soll auch in den nächsten Jahren im Sommer wieder ein „Open Air“ stattfinden.

von Ben Wangler

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