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Altwerden ist kein Zuckerschlecken

Sommerakademie Altwerden ist kein Zuckerschlecken

Im Rahmen der Sommerakademie gastierte das Ensemble „Mime Minimale“ mit dem Theaterstück „Frau Elfriede Peil – Stoff fürs Leben“ in der Waggonhalle.

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Selina Senti schlüpfte in die Rolle der alten Dame Elfriede Peil.

Quelle: Christian Mattis

Marburg. Selina Senti schlüpft in dieser Pantomime in die Rolle von Elfriede Peil, die ihren Lebensabend auf skurrile Art und Weise bestreitet. Die betagte­ Dame in beiger Strickjacke und grauem Rock verkörpert Routine ebenso wie Trostlosigkeit. Ihr einziger Wegbegleiter ist ihr Plüsch-Affe, der mal guter Freund, aber auch der größte Konkurrent sein kann. Seine­ stumme Anwesenheit bringt ­Elfriede dazu, dem Publikum ihren Traum zu offenbaren, einmal in einem Brautkleid vor den Traualtar zu treten.

Die Gruppe „Mime Minimale“ konzipierte die Einfrau-Pantomime um Selina Senti Kunstfigur Frau Elfriede Peil. Senti­ hatte zuvor monatelang zu ­Recherchezwecken Gespräche mit älteren Menschen über die ­Herausforderungen des Älterwerdens geführt.

Das Stück war komisch und tragisch zugleich: Ein Tanz mit einem Schleier, der eigentlich eine Tischdecke ist, veränderte­ sich von Situationskomik zur traurigen Darstellung eines ­unerreichbaren Traumes. Im ­gelungenen Zusammenspiel von Musik, Lichteffekten und Sentis Pantomime kamen diese tragikomischen Momente zum Tragen. So zum Beispiel in einer Bollywood-Tanzszene, in der Elfriede mit einem Teller Bohnen im bunten Nebel tanzt, dann aber die Unwirklichkeit des Moments erkennt und sich ernüchtert besinnt.

Die Inszenierung verstand es, mit diesen Kontrasten zu spielen und gab Anlass, sich mit der Situation älterer Menschen und ihrer Gefühlslage auseinanderzusetzen.

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