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Sinnlicher Klang und Lebensfreude

Lutherische Pfarrkirche St. Marien Sinnlicher Klang und Lebensfreude

Große Musik verscheucht trübe Gedanken und lässt Sorgen vergessen – zumal wenn sie derart beseelt und hingebungsvoll wiedergegeben wird wie am 4. Advent in der heimeligen Lutherischen Pfarrkirche.

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Händels Messias erklang in der Lutherischen Pfarrkirche auf derart herzerwärmende Art, dass es in den Ohren und Herzen der Zuhörer noch lange nachklang.

Quelle: Michael Arndt

Marburg. Sicher war es für viele Musikfreunde überaus beschwerlich, am Sonntagnachmittag zur Lutherischen Pfarrkirche St. Marien zu gelangen. Und einige dürften deshalb kurzfristig zu Hause geblieben sein, wie wenige freie Plätze im Kirchenschiff zeigten. Wer allerdings den mühsamen und doch auch wintertraumhaft schönen Weg durch das verschneite Marburg gewagt hatte, der wurde fürstlich belohnt: mit einer begeisternden und herzerwärmenden Wiedergabe von Georg Friedrich Händels Meisteroratorium „Messias“, die für knapp drei Stunden und noch lange nachklingend deutlich machte, dass es Wichtigeres gibt als nahezu alles, was derzeit die Schlagzeilen beherrscht.

Anteil daran hatten fast alle Mitwirkenden. Aber zuallererst müssen die Kurhessische Kantorei und ihr Leiter Uwe Maibaum genannt werden. Er schuf mit der mehr als hundertköpfigen, in allen Lagen ausgewogen und stimmschön besetzten Sängerschar ein traumhaft transparentes Klangbild – dies nicht nur in den kammermusikalisch ungemein fein abgestuften Chören des Weihnachtsteils, sondern auch in den dramatisch zugespitzten Szenen der Passions- und Auferstehungsgeschichte, die ihren Schluss- und Höhepunkt im zu Recht populären „Hallelujah“-Jubel findet. Ihn ließ Maibaum außerordentlich beschwingt und mit federnder Leichtigkeit erklingen. Der Sinnlichkeit und der Lebensfreude, die Händels Musik auch im „Messias“ beherrscht, widmete sich Maibaum mit feuriger Hingabe. Und hatte dabei neben der auf ihn eingeschworenen Kantorei auch das Main-Barockorchester Frankfurt ganz auf seiner Seite.

von Michael Arndt

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP.

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