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Sieg für Blutuntersuchung mit Peter und Siglinde

Marburger Science Slam Sieg für Blutuntersuchung mit Peter und Siglinde

Der Marburger Science Slam wird immer beliebter. Am Freitag fand im Hessischen Landestheater die fünfte Auflage statt, die bereits zwei Wochen zuvor ausverkauft war.

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Dr. Hartwig Bosse (Uni Frankfurt, von links), Gewinner André Lampe (FU Berlin), Daniel Kelterbaum (Uni Marburg) und Dr. Dirk Prawitt (Uni Mainz) stellten sich dem Publikum.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Vier Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Naturwissenschaft traten gegeneinander an: Dr. Dirk Prawitt von der Uni Mainz (Biologie) erklärte, wie das falsche Lesen eines Textes vergleichbar mit der Entwicklung von Tumorzellen ist.

Der Junior-Professor Dr. Hartwig Bosse von der Uni Frankfurt berichtete, wie Mathematik in unserem Alltag vorkommt. So zeigte er die verblüffende Ähnlichkeit des Eiffelturms zur Kurve der Exponentialfunktion.

Der Marburger Geograf Daniel Kelterbaum stellte die Forschung seiner Diplomarbeit vor. Anhand von Grabungen wurde ein zweiter Bosporus am Schwarzen Meer entdeckt. Zu guter Letzt zeigte Doktorand André Lampe von der FU Berlin, wie man Biophysik spannend für jedermann machen kann.

Vier Naturwissenschaftler also – das passte genau zur Einführung von Vize-Intendantin Dr. Christine Tretow. Mit vielen Zitaten und Statistiken machte sie auf das immer schlechter werdende Image der Geisteswissenschaften aufmerksam.

Als dann die Jury-Vertreter aus dem Publikum gesucht wurden, erntete Eric als Geisteswissenschaftler (Medienwissenschaft) kräftigen Applaus. Ihm zur Seite standen die Studenten Lisa (Biologie), Laura (Medizin) und Torben (Psychologie), sowie die Schülerin Marlene.

Jeder Wissenschaftler hatte zehn Minuten Zeit, um das Auditorium für seine Forschung zu begeistern. Ein Blick von der Bühne und man verstand, warum es immer heißt: „Marburg hat keine Uni, Marburg ist eine Uni.“ Der Physiker und erfahrene „Slammer“ André Lampe hatte sein Publikum schnell analysiert und fragte gleich, wer denn kein Student sei oder irgendwie mit einer Hochschule was zu tun hätte: Es meldeten sich 6 Personen. Das war aber eigentlich egal. Denn sein Vortrag war als Geschichte für seine sechsjährige Nichte aufgebaut. Diese wollte eine Geschichte von der Arbeit hören, also umschrieb er seine Mitarbeit an einer besonderen Mikroskoptechnik. Statt schwieriger Mikroskop-Namen gab es dann einen Vergleich der Sehfähigkeit von Lemur Peter und der Maulwürfin Siglinde. Dank Horst der Blumenhecke und Erich dem Auswertungscomputer erhält man schließlich Waltraud, das Bluttestgerät. Anschaulich, witzig und nachvollziehbar – dank Extrapunkt aus dem Publikum gab es für den Sieger mit 50 Punkten die Höchstpunktzahl.

Der Science Slam war informativ und unterhaltsam. Würden so Vorlesungen ablaufen, müsste man Studenten nicht mit Listen zur Anwesenheit zwingen.

von Mareike Bader

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