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Marburg Sexuelle Nötigung: Beschuldigter kommt nicht zur Verhandlung
Marburg Sexuelle Nötigung: Beschuldigter kommt nicht zur Verhandlung
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12:57 21.02.2018
Vor dem Amtsgericht in Marburg muss sich ein Angeklagter dem Vorwurf der sexuellen Nötigung stellen. Quelle: Archiv
Marburg

Außerdem sollte sich der Mann auch dafür verantworten, dass er bei mehreren anderen Gelegenheiten sein Opfer beleidigt und mit dem Tode bedroht haben soll. Weitere Anklagepunkte sind unter anderem Körperverletzung und Bedrohung von behördlichen Mitarbeitern.

Ferner habe er sich in eine Pension eingemietet, obwohl er nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel verfügt haben soll, das Zimmer zu bezahlen.

Doch zur Verhandlung kam es erst einmal nicht, da der Angeklagte nicht vor Gericht erschienen war. Außerdem fehlte eine Schöffin. In der Hoffnung, die Verhandlung doch beginnen zu können, ließ Richter Dominik Best die Polizei nach dem Angeklagten fahnden. Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Peter Thiel, berichtete, dass sein Mandant ihm eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hatte zukommen lassen, die diesen bis zum Ende der Woche krankschreibt.

Staatanwaltschaft beantragt Haftbefehl

Der Vorsitzende Richter machte darauf aufmerksam, dass arbeitsunfähig nicht zwingend verhandlungsunfähig bedeutet, was der Rechtsanwalt nicht bestritt. Ganz im Gegenteil, hatte er seinen Mandanten ebenfalls darauf hingewiesen und ihn aufgefordert, zur Verhandlung zu erscheinen.

An der Kontaktadresse, die Thiel angegeben hatte, traf die Polizeistreife den Angeklagten nicht an. Er sei nach Angaben des Personals seit fünf Tagen nicht mehr in der Unterkunft für Wohnsitzlose gewesen. Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Angeklagten. Für die abwesende Schöffin konnte ein Ersatzschöffe gefunden werden. Der Prozess soll am Dienstag fortgesetzt werden.

von Michael Noll