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Marburg Schüler streiken in Marburg fürs Klima
Marburg Schüler streiken in Marburg fürs Klima
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21:51 15.03.2019
Über 1000 Schüler streiken in Marburg für eine andere Klimapolitik. Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Aktualisierung, 15.08 Uhr: Neben Vertretern der Organisatoren, der Marburger Ortsgruppe Fridays-for-Future und der Stadtallendorfer Kinderrechtsinitiative Fight for Rights, kamen bei der Kundgebung auch zahlreiche Unterstützer zu Wort. Es sprachen Vertreter des Stadt- und Kreisschülerrats, der DIDF-Jugend, des Asta Marburg, der Marburger Klimagruppe sowie der "Stinknormalen Superhelden". Nicht nur Kinder, Jugendliche und Studierende nahmen an der Demonstration teil, sondern auch Eltern, Lehrer und ältere Menschen. Auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und die Landrätin Kirsten Fründt liefen mit.

Aktualisierung, 13.55 Uhr: Die Polizei schätzt, dass 2.500 bis 3.000 Menschen am sechsten Marburger Klimastreik teilgenommen haben. Die Kundgebung an der Stadthalle ist beendet.

Aktualisierung, 12.52 Uhr: Die Demonstranten sind an der Stadthalle angekommen und formieren sich. Nach einer ersten Schätzung beteiligen sich mehr als 1.400 Menschen an der Demonstration. Demnächst beginnt die Kundgebung.

Der erste der insgesamt drei Protestzüge ist vor den Kaufmännischen Schulen gestartet. Die Polizei zählte über 300 Kinder auf der Leopold-Lucas-Straße. 

Die Klimademo ist an der Stadthalle angekommen. Quelle: Nadine Weigel

In der Universitätsstraße stieß der Protestzug vom Schulzentrum auf den vom Marktplatz. Jetzt sind es laut Polizei über 1000 Schüler, die weiter in Richtung Erwin-Piscator-Haus ziehen. Noch nicht mitgezählt sind die Streikenden, die am Mittag vom Bahnhof aus loszogen. 

Organisiert werden die drei Marburger Demonstrationszüge von der Ortsgruppe Fridays-for-Future. 

Hier ein Live-Video von der Demo in Marburg

Der Klimastreik findet am heutigen Freitag weltweit statt. Auf allen Kontinenten der Welt (außer der Antarktis) gehen junge Menschen auf die Straße. Alleine in Deutschland gibt es Schul- und Unistreiks an mehr als 150 Orten.

Von Kanada, Uganda und Japan bis Brasilien fordern junge Menschen von Regierungen und der internationalen Staatengemeinschaft konsequenten Klimaschutz und die Erderwärmung unter 1,5 Grad Celsius zu halten (Pariser Abkommen).

Hunderte Schüler und Studierende haben sich am Freitagmittag, 15. März, in Marburg zum sechsten Klimastreik versammelt.

Auch auf kommunaler Ebene soll nach Ansicht der Bewegung etwas dafür getan werden. Deshalb wird von der Universitätsstadt Marburg und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) unter anderem gefordert, den Klimanotstand auszurufen. Zudem solle die Stadt eine Verkehrswende einleiten, öffentlichen Nahverkehr und Fahrrädern Vorrang im Straßenverkehr geben und einen umfassenden Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs vorantreiben.

Auf OP-Nachfrage sagte Spies dazu, er hoffe, dass viele Marburger an der Demonstration teilnehmen und eine Wende in der Verkehrspolitik hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad- und Fußverkehr sowohl fordern als auch selbst umsetzen. „Mehr Busse funktioniert nämlich nur, wenn auch mehr Menschen die Busse nutzen. Diesen Bewusstseinswandel in der Breite der Bevölkerung braucht es – und den kann die Stadt nicht anordnen“, sagte der Oberbürgermeister.

Das sagen die Deutschen zum Schülerprotest

Die Schülerproteste der «Fridays for Future»-Bewegung bekommen aus der Bevölkerung überwiegend Zuspruch. Das geht aus dem ZDF-«Politbarometer» hervor. Nach der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen finden 67 Prozent der Befragten die Demonstrationen der Schüler gut, auch wenn sie in der Unterrichtszeit stattfinden. 32 Prozent sprechen sich dagegen aus. Lediglich die Anhänger der AfD sind mit 67 Prozent mehrheitlich gegen den Protest.

Bei den «Fridays for Future»-Demonstrationen gehen seit Wochen jeden Freitag tausende Schüler auf die Straße, um für eine verantwortungsvollere Umweltpolitik zu demonstrieren. Weil die Proteste oft in der Schulzeit stattfinden, sind die Demonstrationen umstritten. Für Freitag waren weltweit mehr als 2000 Klimaproteste in über 120 Ländern geplant, allein in Deutschland in rund 200 Städten.

dpa

Greta Thunberg, die schwedische Initiatorin der Bewegung, hat Spies‘ Einladung, nach Marburg zu kommen, noch immer nicht beantwortet. Wie die Pressestelle der Stadt mitteilte, wolle man dieser Tage eine freundliche Erinnerung schicken.