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Marburg Schöner sinken und schmachten in 3-D
Marburg Schöner sinken und schmachten in 3-D
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20:12 04.04.2012
Leonardo DiCaprio als Jack und Kate Winslet als Rose bringen als tragisches Liebespaar erneut die Herzen zum Schmelzen. Quelle: 20. Century Fox
Marburg.

Vieles deutete auf ein größenwahnsinniges Unterfangen hin, das nur sehr viel Geld verschlingen und dann desaströs scheitern würde: James Camerons Film „Titanic“ kostete mit rekordverdächtigen 200 Millionen Dollar einst mehr als das gesunkene Schiff.

Seine Entstehung dauerte mehrere Jahre. Und dann entschied sich Cameron auch noch, die Hauptrollen mit zwei eher unbekannten Schauspielern zu besetzen. Doch es kam alles anders: „Titanic“ brach alle Zuschauerrekorde, avancierte zum erfolgreichsten Film aller Zeiten, gewann elf Oscars und machte seine Helden Kate Winslet und Leonardo DiCaprio zu Superstars. Nun kommt „Titanic“ erneut in die Kinos.

In mühevoller Kleinarbeit ließ Cameron einst das Originalwrack der Titanic unter Waser mit Spezialkameras filmen und baute Teile des Schiffes nach. Hinzu kamen riesige Spezialtanks am Set, um die Wassermassen besser nachstellen zu können. Und dann feilte der heute 57-jährige Cameron so lange detailversessen an den Spezialeffekten, dass der Start verschoben werden musste.

Die fiktive Liebesgeschichte um das junge Mädchen Rose und den ärmeren Jack, die sich an Bord des Luxusliners kurz vor dessen Untergang kennenlernen, spülte allein am Startwochenende in den USA Ende 1997 über 28 Millionen Dollar in die Kinokassen. Die Zuschauer litten mit Rose, die von ihrer Mutter in eine Heirat gedrängt werden sollte, ließen sich wie Rose von Jacks ungehobeltem Charme mitreißen, erlebten den Beginn einer großen Liebe und bangten nach der Kollision der „Titanic“ mit dem Eisberg um das Leben der beiden.

Der Film löste in den folgenden Wochen einen weltweiten Hype aus. Das über dreistündige Drama führte in vielen Ländern wochenlang die Kinocharts an und spielte etwa 1,8 Milliarden Euro Umsatz ein. Das war neuer Rekord und wurde erst 2010 von Camerons 3-D-Spektakel „Avatar“ übertrumpft. Es waren aber nicht nur diese Zahlen, die selbst viele Filmexperten staunen ließen: Unzählige Zuschauer weinten während des Dramas hemmungslos, Leonardo DiCaprio wurde quasi über Nacht zum Traum zahlreicher Frauen.

Das ist nun gut 14 Jahre her – doch „Titanic“ steuert erneut auf die Kinos zu: Cameron bringt sein Epos wieder auf die große Leinwand. „Den Film in 3-D umzuwandeln, ist ein Siebenjahresprojekt gewesen“, sagte er bei der Londoner Premiere. Es habe lange gedauert, die Filmstudios von der Idee einer Neuauflage der „Titanic“ in 3-D zu überzeugen. Als sie die ersten Ausschnitte gesehen hätten, seien sie aber begeistert gewesen.

Tatsächlich lassen erste Ausschnitte erahnen, wie atemberaubend allein das Sinken des Kreuzfahrtschiffes in 3-D wirkt. „Eine ganze Generation hat „Titanic“ noch nicht auf der großen Leinwand gesehen“, erklärte Cameron zuvor diesen Schritt. Mit der emotionalen Wucht von einst und den neuen, stärkeren Bildern werde das „eine epische Erfahrung“ für Fans und Neulinge sein. Wahrscheinlich wird er auch mit dieser Vision wieder Recht haben.

„Titanic“ läuft ab Donnerstag im Marburger Cineplex.

von Aliki Nassoufis