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Marburg Schnörkellos laut: Überleben ohne Gehörschaden
Marburg Schnörkellos laut: Überleben ohne Gehörschaden
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17:54 15.09.2013
Immer fest drauf: „Keep Me Alive!“ aus Marburg auf der „Till Dawn“-Bühne.Foto: Jan Bosch Quelle: Jan Bosch - www.janbosch.de
Marburg

Die Reihe „Breakdown“ ist nichts für schwache Gemüter oder empfindliche Ohren, hier wird gebrüllt und getrommelt, was der Metaller aushält. „Surprise Surprise“ eröffneten den Abend mit Post-Hardcore. Brachiales Geschrei zu deftigen Riffs, garniert mit einigen melodiösen Einlagen, heißt das Rezept der Marburger Band. Ein guter Anheizer, der Lust auf ein kühles Astra in der Umbaupause machte.

Als zweite heimische Band folgten „Keep Me Alive!“ mit heftigem Metalcore. Dass sie in einem Bunker proben, versteht sich nach den ersten Takten. Als schnörkellos laut könnte man sie beschreiben. Nicht ganz so klar, wie die Gitarrensoli, ist das Gebrüll von Frontmann Dirk, seine Wirkung verfehlt es jedoch nicht. Die Menge lässt mit vereinten Kräften die Haare fliegen.

„Blessed With Rage“ aus Kassel haben sich als Newcomer schon einen Namen jenseits der Grenzen Hessens gemacht. Mit einem Mix aus Metalcore, Klassik und Elektro begeisterten sie das Publikum, das auch nach über zwei Stunden nur wenig Verschleißerscheinungen zeigte. Gegen die Dehydrierung gab es schnell ein paar Astra, dann ging es mit voller Wucht weiter auf der Tanzfläche.

Ihr Gangnam-Style wäre sicher nur ein Welterfolg in der überschaubaren Metal-Welt geworden, ist aber in jedem Fall ein paar Klicks bei You­Tube wert. „Forever Ends Today“ mixen gekonnt unverständliches Geschrei und eine in Überschallgeschwindigkeit hämmernde Double-Base mit melodiösen Elektroeinlagen und Dub-Elementen. Auch zu vorgerückter Stunde feierte die Menge unermüdlich weiter. Andere würden das Leistungssport nennen, hier läuft es unter „gelungener Freitagabend“. Wer die Nacht ohne nachhaltigen Gehörschaden überstanden hat, kann sich schon auf den nächsten Breakdown freuen.

von Jan Bosch

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