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Marburg Baumschmuck: Erlaubt ist, was gefällt
Marburg Baumschmuck: Erlaubt ist, was gefällt
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2016 schmückte ein Paar im Landkreis Schaumburg in seinem Wohnzimmer gleich mehrere Bäume.  Kugeln und Ketten  gibt es in allen Farben und Ausschmückungen. Quelle: Julian Stratenschulte
Marburg

Welcher „Schmuck“ dominiert an Ihrem Weihnachtsbaum? Süßigkeiten, Nüsse und Äpfel, selbst gebastelte Strohsterne, Pfefferkuchen und Spekulatius, Schleifen oder das ehrwürdige Lametta? Und die Kugeln, in welchen Farben soll bei Ihnen der Weihnachtsbaum glänzen, wenn die Bescherungszeit gekommen ist?   Oder darf es bei Ihnen mal ein gewagter, ein völlig „abgefahrener“ Weihnachtsbaum sein?
Gab es in den vergangenen Jahren eine regelrechte Explosion, was die Farbauswahl der Kugeln angeht, so sind jetzt immer mehr schrille Dinge in den Geschäften zu finden, die hergestellt wurden, um an den Weihnachtsbaum zu gelangen. Wer traut sich? Lamas statt süßer Holz-Schaukelpferdchen? Warum nicht, auf Fensterbildern sind ja auch nicht selten Teddys als Nikolaus unterwegs. Alles scheint mittlerweile möglich geworden.

Zum Beispiel gibt es in der Auswahl an Christbaumschmuck nostalgisch-kitschige VW-Busse oder englische Doppeldeckerbusse als Christbaumschmuck zu erwerben. Busse? Ja, die schönen Roten aus einer Zeit, als noch niemand wusste, was EU ist und wie Brexit geschrieben wird. Will man einen Up-to-Date-Baum, darf es auch nostalgischer Christbaumschmuck sein, aber eben nicht der klassisch-nostalgische.

Sterne aus Beton

Der nostalgische Schmuck im Jahr 2018 muss neu sein, noch nie dagewesen und trotzdem an eine „gute alte Zeit“ erinnern dürfen. Damit ist jetzt aber nicht mehr 1860, 1900 oder 1925 gemeint, sondern 1960 und 1970. Also VW-Busse in orange, blau, rot, gelb und grün oder gleich den ganz bunten mit Peace-Schriftzug. Aufpolierte Singles aus der Jukebox mit Glitzerzeugs besprüht, Zigarettenschachteln aus den besten Jahren der Jugend, heute zum Heiligabend als eigenwilliger Christbaumschmuck mit kleinen Aufmerksamkeiten versehen.

Wer auf Baustoffe steht, kann sich sogar kleine Sterne aus Beton, die mit schimmernden Folien und Lack bearbeteit wurden, an den Baum hängen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. In Zeiten, in denen modetechnisch mittlerweile alles erlaubt ist, was gefällt, gibt es auch für die Gestaltung eines Weihnachtsbaumes keine Denkgrenzen mehr. Na ja, wer die Weihnachtsdeko im Weißen Haus des US-Präsidenten in den Nachrichten gesehen hat, mag vielleicht denken, dass es nicht schlecht wäre, wenn es die eine oder andere Beschränkung gäbe. Schwamm drüber, auch das halten wir aus.

Garnelen, Austern und Champagnerflaschen am Christbaum

Mit der freien Gestaltung geht natürlich auch eine Individualisierung einher. Hardcore-Fußball-Fans schmücken ihre Bäume schon lange und bestimmt „ganz unbewusst“, also rein zufällig, in den geliebten Vereinsfarben. Der Markt dazu wurde auch schnell besetzt. Jeder Verein, der was auf sich hält, möchte gerne, dass die Fans auch richtig schöne Kugeln nicht nur in Vereinsfarben, sondern auch mit dem Logo beziehungsweise Vereinswappen versehen, an den Baum hängen können.

Kaum ein Bundesligaclub, der nicht vertreten ist, selbst der SC Freiburg kann an den Baum gehängt werden. Und Fans der Zweitligisten HSV und 1. FC Köln können unter ihrem Fan-Baum vom Wiederaufstieg träumen. Wer lieber schon vom nächsten Sommerurlaub träumt, kann sich tatsächlich – und das ist kein Witz –  kleine Garnelen, Austern und Champagnerflaschen aus Kunststoff im Christbaum-Look an die Zweige hängen. Natürlich prägt einen Baum auch das gewählte Licht. Und auch da gibt es eine riesige Auswahl von der klassischen Wachskerze bis zum bunt blinkenden LED-Licht. 

Ein Weihnachtsbaum zu schmücken, kann also auch leicht zu einem Kunstprojekt mutieren. Wichtig ist nur, dass er am Ende auch gefällt.   So, genug des Christbaum-Vollrauschs. Fragen wir doch einfach mal die Menschen hier aus dem Landkreis, was bei ihnen angesagt ist. Wer hat denn nun einen schrillen oder einfach nur klassisch schönen Baum, den er gerne auch mal zeigen will?  Wer mag, kann uns über die Feiertage ein Foto von seinem Baum schicken. Dann sehen wir „zwischen den Jahren“ über eine Foto-Auswahl in der Zeitung einfach mal in die Wohnzimmer des Landkreises. Also, Foto (in einer Auflösung zwischen 800 KB und 2 MB) mit Namen, Ort und kurzer Beschreibung, warum der Baum so aussieht wie er aussieht per Mail an: landkreis@op-marburg.de

von Götz Schaub