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„Schlichte Feierlichkeiten“ beeindruckt

Kunst „Schlichte Feierlichkeiten“ beeindruckt

Carl Bantzers „Abendmahl in einer hessischen Dorfkirche“ – eine naturalistisch gemalte Szene andächtiger Tradition und Religiosität – scheint wie geschaffen als Lieblingsbild eines CDU-Politikers.

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Dr. Christean Wagner vor einem seiner Lieblingsbilder: Carl Bantzers „Abendmahl in einer hessischen Dorfkirche“ (1892).

Quelle: Moritz Jacobsen

Marburg. Das schränkte Dr. Christean Wagner aber sofort ein: „Carl Bantzer ist eigentlich gar nicht mein Lieblingsmaler“, begann er seinen Vortrag, sondern eher Chagall oder Nolde. Doch eines seiner liebsten Bilder ist das „Abendmahl“ schon.

Der Christdemokrat aus Goßfelden, der Vorsitzender der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag ist, präsentierte es bei der Prominenten-Führung im Universitätsmuseum, die von der Direktorin Agnes Tieze initiiert wurde und nun schon zum elften Mal stattfand. Marburger Prominente sprechen bei der Reihe über ihr Lieblingsbild.

Wagner hatte sich dazu also – ob Lieblingsmaler oder nicht – das bekannte Bild „Abendmahl in einer hessischen Dorfkirche“ aus dem Jahr 1892 ausgewählt.

Zu den kleinen Zufällen des Lebens gehört, dass der SPD-Politiker Thomas Spies bei einer vorangegangenen Promi-Führung ebenfalls ein Bild des Malers Carl Bantzer als sein Lieblingsbild erkoren hatte, den „Schwälmer Tanz“. So sagt das Lieblingsgemälde sicherlich etwas über das Wesen und den ästhetischen Geschmack eines Menschen aus, aber nichts über die politische Richtung.

Dass das Bedürfnis, über Gemälde zu sprechen, in Marburg vorhanden ist, hat das Interesse der rund 50 Zuhörer gezeigt. Von der Gelegenheit, Bantzers Gemälde noch einmal eingehend zu betrachten und darüber zu sprechen, wurde rege Gebrauch gemacht.

„Ich habe dieses Bild gesehen und dann nie mehr vergessen“, erläuterte Wagner sein emotionales, ja fast irrationales Verhältnis zu dem Werk. Es erwecke den ehrwürdigen Augenblick des Abendmahls aus vergangenen Zeiten zum Leben. Zu sehen sei „eine würdevolle Gemeinschaft in schlichter Feierlichkeit“.

von Katrin Bäuerle

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