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Marburg Schlägerei: Zwei Bad Endbacher verurteilt
Marburg Schlägerei: Zwei Bad Endbacher verurteilt
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00:17 16.02.2019
(Symbolfoto) Zwei Bad Endbacher sind wegen Körperverletzung verurteilt worden. Auf einer Feier in Gladenbach hatten sie einen 20-Jährigen verprügelt. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

„Nicht eingeladen und dann Stunk machen, das geht wirklich nicht.“ So fasste­ Staatsanwalt Christian Laubach das Ergebnis eines Verfahrens gegen drei Männer zusammen. Zwei 20 und 21 Jahre alte Bad Endbacher und ein 26-jähriger Dautphetaler waren vor dem Marburger Amtsgericht der gemeinschaftlichen schweren Körperverletzung angeklagt. Am Ende standen jedoch zwei Verurteilungen wegen „einfacher“ Körperverletzung, ein Verfahren wurde wegen geringer Schuld eingestellt.

Laut Anklage erschienen die drei, gleichwohl sie nicht eingeladen waren, am 2. September 2018 auf einer Feier bei der MGV-Hütte in Gladenbach. Bei einem Streit in den frühen Morgenstunden sollen sie dann ­einen 20-Jährigen gemeinsam misshandelt haben. Der Geschädigte berichtete, er habe als Bruder eines der Gastgeber bereits aufgeräumt, als er draußen „Diskussionen“ gehört habe. Beteiligt seien die drei Angeklagten gewesen. Er habe sie gebeten, zu gehen, denn „die Musik war schon aus und die Party eigentlich zu Ende“.

Das habe der Dautphetaler aber nicht eingesehen und ihn schließlich leicht geschubst. „Normalerweise wäre ich davon nicht gefallen, aber hinter mir stand eine Bierbank“, berichtete der Geschädigte. Am Boden liegend habe ihm nun der 21-Jährige mehrere Schläge mit der Faust verpasst, von denen einer ihn heftig im Gesicht getroffen habe.

Nachdem mehrere Anwesende die beiden getrennt hätten und er bereits wieder gestanden habe, habe ihn der Dritte unvermittelt von der Seite ebenfalls in sein Gesicht geschlagen, sagte der Zeuge. Die Folge waren Blutergüsse im Gesicht und eine Schädelprellung. Strafrichter Thomas Rohner gab den Hinweis, dass aus seiner Sicht ein gemeinschaftliches Handeln nicht vorliege, vielmehr seien es unabhängige nacheinander erfolgte Taten.

Weil der Dautphetaler nicht zugeschlagen, nur leicht geschubst hatte, wurde sein Verfahren eingestellt. Da er, wie die beiden anderen, stark alkoholisiert gewesen sei, könne er sich nicht an den Vorfall erinnern, sagte er peinlich berührt.

Bei einer Geldstrafe von 25 ­Tagessätzen von insgesamt 500 Euro beließ es Rohner bei dem nicht vorbestraften voll geständigen 21-Jährigen. Nicht so glimpflich kam der Jüngste davon, der wegen seines Drogen- und Alkoholkonsums ebenfalls große Erinnerungslücken angab. Er bekam elf Monate ­Jugendstrafe auf Bewährung.

Allerdings bedeutete auch das nur eine Aufstockung eines Urteils vom Vortag um drei Monate. Da war er ebenfalls vom Marburger Amtsgericht unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt worden (die OP berichtete).

Nach der Schlägerei in Gladenbach hatte er Polizeibeamte beleidigt, im Mai 2017 einem Jugendlichen in Bad Endbach die Nase gebrochen. Die Bewährungsauflagen, Gespräche mit der Drogenberatung zu führen und gegebenenfalls eine Drogentherapie zu beginnen, seine Abstinenz nachzuweisen und einen sozialen Trainingskurs zu absolvieren, bleiben bestehen. Die Urteile sind rechtskräftig.

von Heiko Krause