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Metal-Szene feiert barbarisch

„Riddle Of Steel Festival“ Metal-Szene feiert barbarisch

Bei der Premiere des „Riddle Of Steel Festivals“ im Knubbel stand neben Heavy-Metal-Musik der Fantasy-Klassiker „Conan der Barbar“ im Fokus.

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Die italienische Band „Battle Ram“ war eine von neun Bands, die beim „Riddle Of Steel Festival“ im Knubbel auftrat.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Was haben eingeschworene Heavy-Metal-Fans und archaische Fantasy-Barbaren gemeinsam? Beide Seiten schätzten guten Stahl, ganz gleich ob im tatsächlichen oder übertragenen Sinne. So erging es zumindest 200 Heavy-Metal-Fans am Samstag im Knubbel. Den ganzen Tag über sorgten Schwermetaller aus der ganzen Welt für musikalische Abwechslung auf der Bühne. Neun Bands legten sich mehr als zwölf Stunden lang ins Zeug und ergründeten mit den Fans das Geheimnis des Stahls – ganz nach dem Motto des Festivals.

Das nahm Bezug auf den bekannten Fantasy-Klassiker „Conan der Barbar“ aus dem Jahr 1982. Einen Hauch der mystischen Kult-Geschichte voller barbarischer Hünen, dunkler Legenden, archaischer Musik und jeder Menge Metall, brachte „Riddle Of Steel“ humorvoll in die Realität. Seinen musikalischen Schwerpunkt setzte das Festival gezielt auf den klassischen Heavy Metal der 1980er-Jahre. Kraftvoll, ohne Schnickschnack, ohne Keyboard und mit meist hoher Stimmlage. Den brachten Bands aus Deutschland, England, Italien, Portugal und den USA auf die Bühne: 
Heathens from the North, A Sound of Thunder, Angel Martyr, Arkham Witch, Battle Ram, Doomocracy, Ironsword, Mountain Throne und Ravensire ­gaben sich auf der Bühne die Klinke in die Hand.

Huldigung mit Augenzwinkern

Ein überraschender Gast trat mit der Coverband Heathens from the North auf. Die Band spielt Songs der schwedischen Band „Heavy Load“, die in den 1980er-Jahren bekannt wurde. Deren Sänger Eddy Malm trat mit der Coverband im Rücken ans Mikrofon und führte die begeisterten Fans zurück in die Zeit des für sie wahren Epic Metals. Malm gilt als Ikone und Gründervater der schwedischen Heavy-Metal-Szene, sein Auftritt wurde groß gefeiert. Die gute Stimmung hielt bis in die Nacht an. „Von Anfang bis Ende haben die Besucher jede Band gefeiert“, berichtete Björn Drott vom Kulturverein „Bifroest Kulturförderung“, der das Festival ins Leben gerufen hatte.

Das barbarische Fantasy-Motto war allerorts spürbar, aber nicht ganz ernst zu nehmen. Die Idee, ein Festival zum Ruhme von Conan und seinem Gott Crom auszurichten, entstand aus der Begeisterung für den Kult-Film wie für die archaischen Geschichten von Robert E. Howard. „Das Ganze ist mit einem Augenzwinkern zu sehen, aber Epic Metal und das Thema passen einfach zusammen“, so der Organisator. Das Festival sei „ein Fest der Freundschaft mit Bands aus verschiedenen Ecken der Welt, vereint durch ihre Begeisterung für wahren Heavy Metal“.

Die hartgesottenen Fans konnten bis in die Nacht das Geheimnis des Stahls zumindest musikalisch ergründen. Denn laut der Geschichte wird der grimmige Gott Crom eines Tages danach fragen. Wer dann keine Antwort hat, fliegt raus aus dem Himmelreich. Es war die erste Auflage des Riddle Of Steel Festivals. Ob es eine Wiederholung geben wird, steht noch in den Sternen.

von Ina Tannert

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