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Marburg Regisseur begleitet „Die Unsichtbaren“
Marburg Regisseur begleitet „Die Unsichtbaren“
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16:26 20.03.2015
Diese serbische Familie floh vor der Armut und hofft auf einen Neuanfang in Deutschland. Quelle: Benjamin Kahlmeyer
Frankfurt

Zuvor war er bereits beim Max-Ophüls-Festival zu sehen. Kahlmeyer hat für seinen Film drei Monate lang Asylbewerber aus Kamerun, dem Kongo und dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Syrien in der zentralen Erstaufnahmestelle des Landes Brandenburg begleitet. Sein Fazit: Ein herzliches Willkommen geht anders.

„Die Unsichtbaren“ hat er seine Ko-Produktion mit dem SWR genannt. Unsichtbar sind die Menschen beim Weg durch den Behördendschungel: Sie werden erfasst, ihr Asylantrag wird geprüft und dann entschieden.

Jedes Bundesland hat sein eigenes Erstaufnahmelager. Vermutlich ist es überall ähnlich. „Den Menschen fehlt es an Orientierung“, sagte Kahlmeyer (kleines Privatfoto) der OP.

„Es gibt in diesen Zentren keine Ansprechpartner, keine soziale Betreuung, sie sind sich selbst überlassen.“

Obwohl er als Dokumentarfilmer das Thema journalistisch betrachtet habe, sei es ihm schwer gefallen, Distanz zu bewahren. „Man baut Freundschaften auf, lernt integrationswillige, freundliche Menschen kennen.“

Alle Asylanträge der Menschen, die er begleitete, wurden übrigens inzwischen abgelehnt. Jetzt laufen die Widerspruchsverfahren – und die können sich hinziehen.

Kahlmeyer ist 33 Jahre alt und lebt inzwischen in Berlin. Er ist in Marburg aufgewachsen, hat die Richtsberg-Gesamtschule­ besucht und am Philippinum sein Abitur gemacht, bevor er eine Filmhochschule besuchte. „Die Unsichtbaren“ ist sein zweiter Dokumentarfilm. Marburg besucht er regelmäßig. „Meine Eltern leben dort. Es ist meine Heimat“, sagt er.

von Uwe Badouin