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Red Fang fletschen die Zähne

Rockkonzert Red Fang fletschen die Zähne

Die sintflutartigen Regegüsse und tosenden Gewitter am Nachmittag waren nur schwache Vorboten von dem, was den Zuschauern abends im KFZ um die Ohren flog.

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Einen der gepflegteren Haarschnitte des Abends hatte Red Fang-Mitglied David Sullivan. Foto: Bosch

Quelle: Jan Bosch

Marburg. Im zum Bersten mit tätowierten Oberarmen und langen Haaren gefüllten Raum überschritten die Temperaturen schon bei der Vorgruppe Route Irish die einhundert Grad-Marke. Die vier Jungs aus der Schwalm schoben mit rifflastigem Gebrüll und ordentlich fliegenden Haaren die Menge zusammen.

Als Headliner des Abends fletschten Red Fang mächtig ihre Reißzähne. Aus Portland, Oregon bringen sie ihren Fans ein Soundinferno mit, das erdiger kaum sein kann. Kantig und ehrlich, wie die frühen Monster Magnet, importieren Red Fang deftigen Stoner-Rock, wie er besser kaum sein könnte. Mit seinem verchromten Bass und rauchiger Stimme verausgabt sich Frontmann Aaron Beam auf der Bühne, als würde es kein Morgen geben. Tonnenschwer lässt er seine Bassläufe auf das Publikum nieder prasseln. Gitarrist Bryan Giles lässt permanent die wallenden Locken seiner Metal-Matte fliegen und presst bratzige Riffs aus seiner Klampfe. Mit brachialer Power drückt er aufs Gaspedal. Schon wirft sich der erste Zuschauer zu Giles Freude von der Bühne in die tobenden Menge, wird auf den Wogen der hoch gestreckten Hände durch den Saal getragen.

Von hinten hämmert John Sherman unermüdlich den stampfenden Rhythmus auf den Fellen seines Schlagzeugs. Im Gleichtakt nicken die Köpfe im Publikum. David Sullivan animieren Begeisterungsstürme, seiner Klampfe noch ein paar Umdrehungen mehr aus dem Leib zu prügeln. Seite an Seite mit Beam feuert er Salve um Salve durch den Saal.

Die einzige Abkühlung verschafft ein gelegentlicher Schwall kühlen Bieres im Nacken, welches ab und an Richtung Bühne fliegt. Der Rest rinnt die vom Desert-Rock ausgetrockneten Kehlen.

Auch in Sachen Zugabe lassen sich Red Fang keineswegs lumpen. Als die Forderungen der Fans nach mehr nicht enden wollen, geben sie ihm mit ein paar Hammerriffs nochmal richtig „einen auf die Zwölf“.

Von Jan Bosch

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