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Marburg UB-Eröffnung: Radfahrer und Fußgänger im Fokus
Marburg UB-Eröffnung: Radfahrer und Fußgänger im Fokus
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13:36 11.03.2018
Viel Platz für Fahrräder: Die Universität hat an der neuen UB 450 Stellplätze für Fahrradparkplätze. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Wie sich die Verkehrsströme ab April tatsächlich entwickeln, wagt keiner so genau vorherzusagen. Fest steht aber, dass der Radverkehr wie auch der Fußgängerverkehr deutlich zunehmen wird. Die Stadt rechnet mit 6.000 Menschen zusätzlich, die sich rund um den Campus Firmanei bewegen.

Ablesbar ist das unter anderem daran, dass nach Auskunft von Christina Mühlenkamp von der Uni-Pressestelle an der neuen UB immerhin 450 Fahrrad-Stellplätze entstanden sind sowie 14 Fahrradboxen. Die Stadt hat die Gehsteige am Pilgrimstein verbreitert und eine neue Brücke an der Johannes-Müller-Straße gebaut, wie Stadtsprecherin Patricia Grähling auf Anfrage der OP mitteilt.

Die Brücke soll die fußläufige Verbindung Richtung Hörsaalgebäude und Mensa verbessern, sagt Grähling. Kritiker fürchten durch die neue Brücke eine zusätzliche Belastung für den historischen Botanischen Garten. „Auch mit der Umgestaltung der Biegenstraße im Bereich des Erwin-Piscator-Hauses hat die Stadt das Angebot für den Fuß- und Radverkehr bereits verbessert“, sagt Grähling weiter. Aus südlicher Richtung ist die neue UB für Radfahrer über die Johannes-Müller-Straße und dem Radweg Pilgrimstein sowie dem Radweg in der Deutschhausstraße erreichbar.

In Richtung Marbach ist die Straße Zwischenhausen für den Radverkehr in beide Richtungen geöffnet. In der Nordstadt wird die UB für den Radverkehr direkt über das Gelände der Universität mit der Deutschhausstraße verbunden. An der Einmündung in die Bunsenstraße wird an der Ampel über die Deutschhausstraße eine neue Radfahrerfurt eingerichtet, teilte Grähling mit. Von dort aus könnten Radfahrerinnen und Radfahrer die Radfahrstreifen in der Bunsenstraße und der Robert-Koch-Straße erreichen.

Die Stadt hat ein Verkehrskonzept für die Nordstadt entwickelt und bereits in Teilen umgesetzt – dazu gehörten die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung in der Robert-Koch-Straße und die Einrichtung von Radwegen. Zugesagt ist auch der Umbau der Elisabethstraße mit einer Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung. Das solle aber erst nach der Freigabe der Weidenhäuser Brücke geschehen.

Insbesondere in der Zeit nach der Eröffnung der UB sind ­verstärkte Geschwindigkeitsüberwachungen in der Nordstadt geplant. Die Stadt will so ­die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern durchsetzen. Der Ortsbeirat Altstadt hatte die Installation einer stationären Blitzeranlage gefordert. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) hatte Sympathie für diese Idee gezeigt. Für die Realisierung ist aber eine positive Stellungnahme der Polizeiakademie Wiesbaden nötig.

von Till Conrad