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Marburg Pro Bahn beklagt Zugausfälle und Verspätungen
Marburg Pro Bahn beklagt Zugausfälle und Verspätungen
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13:30 11.07.2018
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert Zugausfälle und Verspätungen auf der Strecke zwischen Marburg und Frankfurt. Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Die Züge des Mittelhessen-Express (RB 40, RB 41) werden ab Friedberg über Hanau nach Frankfurt umgeleitet, verkehren nur über Frankfurt-Süd zur Endhaltestelle Stadion. Dadurch sind die Züge der RB 49 (Friedberg-Hanau) gestrichen, erläutert Pro Bahn.

Die Regional-Express-Linien RE 30, RE 98 und RE 99 fahren durch die nur eingleisig befahrbare Baustelle, jedoch mit längeren Fahrtzeiten, beklagt der Fahrgastverband. Die S-Bahn S 6 fährt nur halbstündlich, ohne Halt an der Galluswarte und der Messe. Die Intercity-Züge sind auf der Main-Weser-Bahn komplett herausgenommen.

Die Pro-Bahn-Regionalverbände Mittelhessen und Großraum Frankfurt kritisieren, dass der Baustellenfahrplan nicht konstant laufe. "In Übermaßen" komme es zu Zugausfällen und Verspätungen. "Die Umlaufzeiten der Regionalexpresslinien aus Mittelhessen, die im Baustelleplan im Frankfurter Hauptbahnhof enden, haben nur eine Wendezeit von acht Minuten. Das ist angesichts des großen Fahrgastwechsels viel zu kurz und führt zwangsläufig zu weiteren Verspätungen", kritisiert Pro Bahn in einer Pressemitteilung. Diese Verspätungen würden, so Pro Bahn, den ganzen Tag über „mitgeschleppt“. Die Fahrt mitten durch die eingleisig befahrbare Baustelle führe zu weiteren unausweichlichen Verzögerungen.

Mittelhessen-Express: Zugausfälle an der Tagesordnung

Die Regional-Express-Linien RE 30 und RE 98/RE 99 seien die "Herzstücke des Schienenverkehrs auf der Main-Weser-Bahn und in ganz Mittelhessen", hebt der Fahrgastverband hervor. "An sie sind Anschlüsse in Friedberg, Gießen und Marburg gekoppelt." Daher sei es unverständlich, dass gerade diese Linien mitten durch die Baustelle geführ würden.

Auch beim Mittelhessen-Express (RB 40, RB 41, RB 49) gebe es keinen "zufriedenstellenden" Betriebsablauf. Seit Monaten seien Zugausfälle an der Tagesordnung. "Dies kann keinesfalls so bleiben", erklärt Pro Bahn und weist darauf hin, dass Arbeitnehmern, die nicht pünktlich ihren Arbeitsplatz erreichten, massive Probleme entstünden.

Die Bahn weist auf Anfrage der OP darauf hin, dass alle Bauprojekte im Fahrplan 2018 hinterlegt seien und den Reisenden seit Oktober 2017 zur Verfügung stünden. "Um den Betrieb auf einer Baustelle dieser Größenordnung und bei der hohen Verkehrsdichte auf dem verbleibenden Gleis aufrecht zu erhalten, muss leider auch immer wieder ungeplant eingegriffen und disponiert werden", schreibt die Frankfurter Bahn-Pressestelle zur Kritik von Pro Bahn.

Oftmals bestehe nur ein geringer zeitlicher Spielraum, um die Züge durch den eingleisigen Bauabschnitt zu führen. "Wir versuchen, die Fahrgäste über Beeinträchtigungen und Störungen so schnell wie möglich zu informieren. Das gelingt leider nicht immer, was wir sehr bedauern", teilt die Pressestelle der Bahn mit.

Ziel sei es, bei den kurzfristigen Informationen im Störfall besser und zuverlässiger zu werden.

von Carina Becker-Werner

Zugverkehr während der Bauphase

In Abstimmung mit dem RMV bietet die Deutsche Bahn während der Bauphase im Sommer 2018 folgende Leistungen an:

RE-Linie 30 Kassel - Marburg - Gießen - Friedberg - Frankfurt:

  • 2-Stunden-Takt
  • Einsatz der maximalen Zuglänge (7 statt 6 Doppelstockwagen je Zug)
  • Zusätzliche Züge Frankfurt - Gießen mit 6 Doppelstockwagen in der Hauptverkehrszeit

RB-Linie 40/41 Dillenburg/Treysa - Marburg - Gießen - Friedberg - Frankfurt:

  • 2-Stunden-Takt mit Umleitung zwichen Friedberg und Frankfurt über Hanau
  • Einsatz der maximal möglichen Zuglänge (je Zug zwei Einheiten der Triebzug-Baureihe 442)

S-Bahn-Linie S 6 Friedberg - Bad Vilbel - Frankfurt:

  • 30-Minuten-Takt Friedberg  - Bad Vilbel - Frankfurt Hauptbahnhof (ohne Verkehrshalte in Frankfurt-Messe und Frankfurt-Galluswarte wegen Tunnelsperrung)
  • Einsatz der maximal möglichen Zuglänge (je Zug 3 Einheiten der Triebzug-Baureihe 423)