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Marburg Verfolgungsjagd in Marburg: Mehrere Verletzte
Marburg Verfolgungsjagd in Marburg: Mehrere Verletzte
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10:38 07.02.2019
Der Fluchtwagen und das beschädigte Polizeiauto in der Neuen Kasseler Straße. Quelle: Polizei Mittelhessen
Marburg

Ein polizeibekannter, 29 Jahre alter Fahrer aus dem Ostkreis hat sich am Abend eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Mann habe nicht auf das Blaulicht und die Anhaltesignale eines Zivilwagens der Polizei reagiert und sei geflüchtet, heißt es im Polizeibericht. Auf der Fahrt von Cappel über die Stadtautobahn habe er versucht, den ihn verfolgenden Zivilwagen zu rammen.

"Die Fahrt endete letztlich in der neuen Kasseler Straße. Dort fuhr der Mann mit seinem Polo auf einen Polizeibeamten zu, der ein unmittelbares Erfassen durch das Auto nur knapp verhindern konnte", berichtet Polizeipressesprecher Martin Ahlich. Der Beamte habe dabei keine schwerwiegenden Verletzungen erlitten.

Das weitere Geschehen beschreibt die Polizei wie folgt: Der VW Polo kollidierte mit dem Zivilwagen und einem mittlerweile hinzugekommenen Streifenwagen. Nach dem Zusammenstoß mit dem Polo prallte der Streifenwagen frontal gegen einen Baum. Sowohl die Besatzung des Streifenwagens als auch die des Zivilwagens wurden dabei verletzt.

Als mittlerweile hinzugekommene Polizisten den Polofahrer festnahmen, habe er erheblichen Widerstand geleistet. "Bei ihm handelt es sich um einen hinlänglich unter anderem wegen diverser Betäubungsmittelverstöße polizeibekannten Deutschen aus dem Ostkreis", berichtet Ahlich. Der Mann habe keinen Führerschein.

Notärzte versorgten Polizisten und Fahrer

Die Polizei veranlasste eine Blutprobe. Nach notärztlicher Versorgung brachten Rettungswagen die vier verletzten Beamten und den festgenommenen verletzten Fahrer zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus.

Der Fahrer habe augenscheinlich keine schwereren, lebensbedrohlichen Verletzungen erlitten, verblieb aber im Krankenhaus. Die Polizeibeamten verließen das Krankenhaus wieder, waren aber nicht mehr dienstfähig.

Bei dem Auto handelte es sich um den am Dienstag, 05. Februar, zwischen 18.20 und 19 Uhr vom Zentralparkplatz in der Ortsmitte von Schweinsberg gestohlenen älteren schwarzen VW Polo, die OP berichtete. Die ursprünglichen Marburger Kennzeichen lagen im Auto und waren ausgetauscht durch ebenfalls gestohlene VB-Kennzeichen.

"Wie der 29-jährige in den Besitz des Polos kam, beziehungsweise, ob er selbst den Autodiebstahl begangen hat, bedarf weiterer Ermittlungen", heißt es im Polizeibericht weiter.

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Marburg hat die Polizei zur Rekonstruktion des Geschehens in der Neuen Kasseler Straße einen Kfz-Sachverständigen hinzugezogen und sämtliche Fahrzeuge zur Spurensicherung sichergestellt. An dem Streifenwagen und am Polo entstanden erhebliche Schäden.

Ermittlungen noch nicht abgeschlossen

Die Feuerwehr leuchtete die Neue Kasseler Straße für die Spurensuche und die Arbeit der Polizei und des Kfz-Sachverständigen aus und unterstützte bei der Sperrung zwischen der Zimmermannstraße und Schlosserstraße, die von etwa 20 Uhr an mehrere Stunden dauerte.

Noch am Abend befragte die Polizei Anwohner der Neuen Kasseler Straße, um Zeugen zu finden.

Nach dem weiteren Ermittlungsstand sei der Pkw vor der Flucht vor der Polizei in Cappel aufgefallen. Er habe dort durch ein abruptes Bremsmanöver einen weiteren Unfall verursacht. "Der ihm nachfolgende Wagen wich aus und kollidierte mit einem dritten Fahrzeug. Bei diesem Unfall gab es keine Verletzten und einen insgesamt nur geringen Schaden", berichtet der Polizeipressesprecher.

Am Donnerstagvormittag ließ die Polizei einen Hubschrauber über Marburg kreisen, um die Ermittlungen mit Hilfe von Übersichtsaufnahmen voranzutreiben. 

Die Ermittlungen und Prüfungen insbesondere hinsichtlich der Tatvorwürfe seien noch nicht abgeschlossen. Hinweise nimmt die Polizei unter 06421/4060 entgegen.

"Fahndung" per Facebook

Die mutmaßlichen Diebe hatten das Auto am Dienstagabend auf dem Marktplatz in Schweinsberg gestohlen, die OP berichtete.

Bei Facebook machte seit Dienstag ein privater "Fahndungsaufruf" die Runde:

Am Mittwoch wurde das Auto dann laut Facebook-Kommentaren in Niederweimar und Niederwalgern gesichtet, offenbar mit einem anderen, ebenfalls gestohlenen Kennzeichen.