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Marburg Pistolen, Tiere und ein Riese
Marburg Pistolen, Tiere und ein Riese
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21:09 09.03.2010
Eine Szene aus „Dear Wendy“. Quelle: Christine Krauskopf

Marburg. Dass es in „Dear Wendy“ nicht um eine kitschige Liebesbeziehung geht, war eigentlich schon klar. Schließlich hat Lars von Trier („Der Antichrist“) das Stück geschrieben. Wendy ist eine Pistole, die aussieht, als wäre sie ein Spielzeug. Gemeinsam mit anderen Loosern gründet Nik die Gruppe der Dandys. Für die sechs jungen Pazifisten ist klar, dass sie zwar durch ihre Waffen wachsen und sich stark fühlen, sie aber nur zu Übungszwecken ziehen und niemals Menschen damit verletzen wollen. In sich irgendwie logisch und gleichzeitig absurd. Der Zuschauer weiß sofort, das wird nicht gut enden. Und wirklich kommt es zu einer wahren Orgie der Gewalt. Das Publikum hat bei aller beißenden Schärfe immer wieder Grund, herzlich zu lachen.

Nicht zimperlich geht es auch bei den Bremer Stadtmusikanten zu, denen sich Günter Staniewski (Theater Laku Paka, Kaufungen) mit vielen schönen und liebevollen Ideen widmete. Schließlich soll dort der Esel als Salami enden, die Katzen als Rheumadecke und der Hahn im Topf.

Sulamith Bade erzählt die Geschichte von Julie und dem Junior-Riesen. Sie baut das Bühnenbild aus Pappe auf, während sie davon erzählt, wie Julie an einem Sonntagvormittag in einen Bus steigt und mit den anderen zusammen von einem Riesen geangelt wird. Der Riese glaubt, die Fußballmanschaft und die anderen Passagieren seien komische Keksen in einer Dose (dem Bus) und lässt sie sich schmecken. Sulamith Bade illustriert die Geschichte mit allerlei Geräuschen und Papierfiguren, sie schmatzt und steppt und brummt und gurgelt und knistert wie eine Chipstüte und kann so auch die Aufmerksamkeit der Allerkleinsten fesseln.

von Christine Krauskopf

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