Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 12 ° Gewitter

Navigation:
Philippinum bringt Carmen auf Bühne

Opernprojekt Philippinum bringt Carmen auf Bühne

Das Gymnasium Philippinum hat Großes vor: Rund 200 Schüler und Lehrer wagen sich an George Bizets Oper „Carmen“. Premiere ist am 23. Juni in der Stadthalle, eine weitere Aufführung am 24. Juni.

Voriger Artikel
Bürgerbeteiligung als sicheres Erfolgsrezept
Nächster Artikel
Farbenprächtiges Blütenmeer im Park

Hochkonzentriert bei den Proben: Die Gesangslehrerin Katharina Kutsch (oben) gibt den Sängerinnen den letzten Schliff. Burchhard Schäfer (kleines Bild) hat die Gesamtleitung, Johanna Neubauer singt die Carmen.Fotos: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Sie sind - im positiven Sinne - schon ein bisschen verrückt, die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums Philippinum. Das muss man wohl auch sein, wenn man sich an eine der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte wagt, an George Bizets „Carmen“. Bis heute prügeln sich Sängerinnen aller Stimmlagen um die schillernde Titelrolle der jungen Zigeunerin.

Aber halt: Das Philippinum bringt ja eine eigene Version auf die Bühne. Ein Deutsch-Leistungskurs der Klasse 13 hat die Vorlage umgeschrieben. Aus Bizets Toreros werden junge Fußballer, aus der Zigeunerin Carmen wird ein Au-Pair-Mädchen, das auf die schiefe Bahn gerät und untergeht, erklärt Rosemarie Ciupka-Opper, Leiterin des Fachbereichs Musik an der Schule mit Schwerpunkt Musik.

Das Gymnasium Philippinum hat Großes vor: Rund 200 Schüler und Lehrer wagen sich an George Bizets Oper „Carmen“. Premiere ist am 23. Juni in der Stadthalle, eine weitere Aufführung am 24. Juni. Fotos: Nadine Weigel

Zur Bildergalerie

Musikaufführungen aller Art und Größenordnung gehören am Philippinum fast zum Schulalltag. Auch Großproduktionen wie Carl Orffs „Carmina Burana“ haben sie schon geschultert - damals aber als chorische Aufführung. Diesmal ist alles ein, zwei oder besser drei Nummern größer: Bizets „Carmen“ wird szenisch aufgeführt, alle Titelrollen übernehmen Schüler oder Lehrer.

Johanna Neubauer etwa, 19 Jahre jung, probt mitten im Abitur die Titelrolle mit der großen Arie „Habanera“. Nebenher. Sie kommt aus einem musikalischen Haushalt, spielt ausgezeichnet Geige und singt genauso gut. Eine musikalische Laufbahn kann sie sich gleichwohl nicht vorstellen.

 

Ashinav Sawhney (19) liebt Theater, nimmt seit der 10. Klasse Gesangsunterricht und will später Gesang studieren. Die ideale Voraussetzung für „Auf in den Kampf, Torero“. David Rehlich (20) hört zu Hause „ganz andere Musik“. Die würde er aber „nie machen wollen“. Klassik, sagt er, „ist viel interessanter“. Alle Solorollen konnte die Schule doppelt besetzen. Es gibt ja auch zwei Aufführungen. „Falls jemand ausfällt, ist das kein Problem“, meint Rosemarie Ciupka-Opper. Nur auf eine achten sie ganz besonders: „Wenn aber Johanna krank wird, geht nichts mehr.“ Dann wären monatelange Proben umsonst.

Das Gymnasium Philippinum hat zwar ein ausgezeichnetes Orchester, im vergangenen Jahr wurde es in Frankfurt zum besten Schulorchester Hessens gekürt. Aber für die Oper „Carmen“ reicht es dann doch nicht ganz. Das Marburger Studenten-Sinfonie-Orchester hilft aus. Kein Problem für die ambitionierten jungen Musiker: Das SSO probt Bizets „Carmen“ ohnehin seit Monaten für zwei große Konzerte: Am 10. Juni gastieren die Marburger Studenten mit „Carmen“ gemeinsam mit dem Chor Cantus Domus in der Berliner Philharmonie und am 16. Juni führen sie das Werk als Semesterabschlusskonzert im Audimax auf.

Am Philippinum geht es derzeit in den Endspurt: Regisseur Roland Knoke hält die Fäden in der Hand, organisiert Bühnenbild und Kostüme, die eine Schulklasse der Berufsschule Kirchhain näht. Seine Kollegen Bianca Nassauer, Antje Oliver und Burchard Schäfer, der musikalische die Gesamtleitung hat, proben mit Solisten und Chören. Unterstützt werden sie von den Gesangslehrern André und Katharina Kutsch. Alles in allem sind mehr als 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an den Aufführungen beteiligt. Jetzt hoffen alle auf zwei ausverkaufte Häuser.

Karten gibt es ab Anfang Juni im Sekretariat des Gymnasiums Philippinum.

von Uwe Badouin

Voriger Artikel
Nächster Artikel