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Marburg Pendeln zwischen Theater und Schule
Marburg Pendeln zwischen Theater und Schule
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17:46 20.08.2012
Juliane Nowak (von links), Jürgen Sachs, Nina Eichhorn und Michael Pietsch sind das pädagogische Team des Hessischen Landestheaters.Foto: Uwe Badouin
Marburg

Theater gewinnt an Schulen einen immer größeren Stellenwert. An vielen Schulen gibt es Theater-AGs und seit einigen Jahren das Fach Darstellendes Spiel, das sich sogar zum Abiturfach gemausert hat.

Da lohnt sich für Schulen ein Blick auf die Angebote des Hessischen Landestheaters. Gleich vier Theaterpädagogen kümmern sich um die Schulen. Jürgen Sachs (51), Leiter des Landestheater-Teams Theater und Schule, und seine Kollegen Michael Pietsch (42), Juliane Nowak (32) und Nina Eichhorn (29) sind dabei so erfolgreich, dass sie eigentlich Hilfe schreien müssten: 37 Kooperationsverträge hatte das Landestheater Ende des vergangenen Schuljahres mit Schulen abgeschlossen. Nach Auskunft von Sachs haben fast alle Schulen im Stadtgebiet Marburg eine solche Kooperation unterzeichnet. Hinzu kommen Schulen quer durch alle Schularten im gesamten Kreisgebiet und weit darüber hinaus: Das Gebiet reicht bis Korbach im Norden Hessens.

Schulen können von dieser Kooperation enorm profitieren. Es gibt regelmäßig Informationen über Stücke und Produktionen des Theaters und beteiligte Schulklassen kommen günstiger ins Theater. Auf Anfrage besuchen die Theaterpädagogen die Schulen, spezielle Patenklassen können Theaterproduktionen vom Start bis zum Ende begleiten: Sie besuchen Proben, sprechen mit Regisseuren und Dramaturgen. „Wir versuchen den Schülern auch die Interpretationen von Stücken zu vermitteln und fragen uns auch, was Schüler über die Themen des Stückes hinaus interessieren könnte“, sagt Juliane Nowak Im Grunde ist es eine ästhetisch-kulturelle Erziehung, die gesellschaftlich relevante Themen umfasst - so wie die meisten Stücke, die auf Spielplänen der deutschen Bühnen stehen, gesellschaftlich relevante Themen behandeln.

„Die Schüler bekommen von uns etwas anderes als das, was sie im Unterricht kriegen, einen anderen Umgang mit einem Theaterstück“, ergänzt Michael Pietsch.

Die Nachfrage bei Schulen ist groß. Viele Theaterstücke sind Schulstoff - so sahen im vergangenen Jahr mehr als 100 Klassen Schillers „Don Karlos“ und Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“. Zu jedem Stück gibt es für die Klassen - falls gewünscht - eine Vor- und eine Nachbereitung. Das können auch Massentermine werden - Nina Eichhorn erinnert sich an eine Veranstaltung mit rund 700 Schülern, die sie nur mit Hilfe eine Megafons bewältigte. Wenn gewünscht, übernehmen die Theaterleute auch die Regie in Schul-AGs, die oft ein ganzes Jahr lang von den Theaterprofis begleitet werden.

Theaterpädagogen wollen Impulse geben

Sie wollen Impulse geben, Schülern und zunehmend auch Erwachsenen zeigen, wie man „mit theatralen Mitteln die eigene Ausdrucksfähigkeit erweitern kann.

Basis für die Kooperation mit den Schulen ist ein Vertrag zwischen dem Hessischen Kultusministerium und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Die beiden Ministeriums haben eine Absichtserklärung vereinbart, wonach jedes Kind in Hessen mindestens einmal pro Jahr ins Theater gegen soll. Zum Vergleich: Schweden schreibt für Schüler zwei Theaterbesuche im Jahr vor, sagt Jürgen Sachs.

Zwar sind die vier Theaterpädagogen mit Schulprojekten egentlich weitgehend ausgebucht, doch reicht ihr Aufgabengebiet weiter: Sie betreuen Erwachsenenprojekt wie „Bürger auf Zeit“ oder demnächst „Frauen auf Zeit“.

Und dann gibt es am Landestheater noch den Theaterjugendclub für Schüler und das Theaterlabor für junge Erwachsene. Beide Gruppen bringen jedes Jahr unter professionellen Bedingungen ein Stück auf die Bühne.

Doch nicht alles gelingt: Projekte des Theaters in sozialen Brennpunkten sind nach Angaben von Michael Pietsch bislang leider gescheitert.

Kontakt: 06421/990237 und 990236

von Uwe Badouin

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