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Marburg Paul Panzer hat in der Freizeit nur Stress
Marburg Paul Panzer hat in der Freizeit nur Stress
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21:20 02.05.2010
Freizeit ist Paul Panzer eigentlich viel zu stressig. Seine Lösung: einfach chillen. Quelle: Stefan Weisbrod

Marburg. Man könnte fast schon Mitleid haben mit Paul. Da muss er endlich mal nicht arbeiten, aber mit Erholung wird’s dennoch nichts – schließlich will der Mensch etwas erleben, in Aktion sein. Mit nur einem Hobby kann er sich jedoch nicht anfreunden, Paul will ständig etwas Neues. Doch im Fitnessstudio bekommt er von „zuckenden Riesen mit einem Radflickset in der Hose“ nur die Knochen neu sortiert, beim Klettern auf dem K2 verirrt er sich und muss gerettet werden und Nordic Walking sieht ihm zu blöd aus: „Früher waren die Leute vom Grünflächenamt mit Stöcken unterwegs. Die haben dann Papiermüll aufgespießt.“

Auch mit den Liebsten daheim hat er nur Sorgen: Seine Frau Hilde will auf einmal nur noch Gesundes kochen, dabei kann sie ja nicht einmal normales Essen schmackhaft zubereiten. Eigentlich passt es da gar nicht, dass sein Sohn Bolle mit massiven Gewichtsproblemen zu kämpfen hat und inzwischen so fett ist, „dass man Angst haben muss, dass der Berg umfällt, wenn er darauf klettert“. Zuletzt ist da auch noch seine Tochter Susaska. Die hat einen neuen Freund: einen zwei Meter großen „Gummimann“ aus dem chinesischen Staatszirkus. „Der kann sich in eine Waschmaschine zwängen“, berichtet Panzer. Nur sonst, so befürchtet er, kann er seiner Tochter wenig bieten. Sorgen über Sorgen – und noch mehr Stress, den er in seiner freien Zeit hat. Sein Fazit: Die beste Freizeitgestaltung ist, einfach zu chillen.

Paul Panzer hat sich von seinen Scherzanrufen, mit denen er einst bekannt wurde, distanziert – und das ist gut so: Auf der Bühne telefoniert er nun nicht mehr, seine rund 600 Zuschauer in der Marburger Stadthalle vermissten das am Donnerstag auch nicht. Stattdessen schaffte es der 38-Jährige, der eigentlich Dieter Tappert heißt, mit klassischer Stand-Up-Comedy, sein Publikum mitzureißen und einen Lacher nach dem anderen zu ernten – fast ohne Verschnaufpause. Wer sich sein Programm „Endlich Freizeit – Was für‘n Stress“ anschaut, so versprach der Mann mit den Blümchenhemden und dem markanten Sprachfehler im Vorfeld im OP-Interview, „wird nach zehn Minuten schon Pipi in den Augen haben.“ Ob nun Tränen in den Augen vor Lachen oder nicht; lustig war‘s jedenfalls.

von Stefan Weisbrod