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Marburg Parkplatz-Kritik vor Eröffnung der Moschee
Marburg Parkplatz-Kritik vor Eröffnung der Moschee
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00:17 01.08.2018
Das Kultur- und Bildungszentrum der Islamischen Gemeinde Marburg ist fertiggestellt und läuft im Probebetrieb. Noch vor der offiziellen Eröffnung kommt es zur Parkplatz-Kritik seitens einer Anwohnerin bei St. Jost. Quelle: Ina Tannert
Marburg

Nach jahrelanger Planung und langer Bauphase steht das Marburger Kultur- und Bildungszentrum mit Moschee der Islamischen Gemeinde Marburg kurz vor der großen Eröffnung. Die soll Ende August erfolgen und bildet den Abschluss eines Großprojekts, dessen Planung bereits vor rund sieben Jahren begann und erst mit einiger Verzögerung beendet werden kann. Doch mittlerweile sei nahezu alles fertiggestellt, erste­ Veranstaltungen und Gebete fanden bereits statt, seit mehr als zwei Monaten laufe das Zentrum „im Probebetrieb“, teilt Dr. Bilal Farouk El-Zayat, Vorsitzender der Islamischen Gemeinde, auf Nachfrage mit. Bislang sei der Start „reibungslos verlaufen“. Die meisten Veranstaltungen fänden am Abend oder am Wochenende statt.

Besuchern des Zentrums steht vor Ort ein begrenzter Parkbereich rund um die Moschee zur Verfügung. In der Straße ,Bei St. Jost‘ gibt es darüber hinaus mehrere Anwohnerparkplätze. Wie eine Anwohnerin der OP gegenüber mitteilt, sei es zuletzt zu Verstößen gegen die Parkordnung gekommen, nachdem mehrfach Autos den Parkraum genutzt hätten, die nicht über einen Anwohner-Parkausweis verfügten. Diese bringt sie mit Besuchern des Kulturzentrums in Verbindung, sei „verärgert und sprachlos über die Parksituation“.

Anwohnerin: "Komplette Straße zugeparkt"

Unregelmäßig würde an unterschiedlichen Wochentagen die „komplette Straße zugeparkt“, den Anwohnern „die Parkplätze weggenommen“ werden. Das beschilderte Parkverbot werde dabei ignoriert, meint die Anwohnerin und fordert verstärkte Kontrollen seitens des Ordnungsamts, das sie ebenfalls über ihren Verdacht informierte. Das habe reagiert und würde seither „die Kontrollen intensivieren“, teilt die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit. In der vergangenen Woche habe die Ordnungspolizei an besagter Straße erstmals „vermehrt ­verkehrswidrig abgestellte ­Fahrzeuge“ festgestellt. Eine Verschärfung der Parksituation sei zuvor nicht bekannt gewesen.

Zu der Kritik äußert sich ebenfalls der Vorsitzende. El-Zayat wertet den vorhandenen Parkraum als ausreichend für den normalen Betrieb des Zentrums. Rund um die Moschee seien zahlreiche Parkbereiche vorhanden, zur Moschee selber gehörten rund 40 Stellplätze auf dem Gelände wie auf der anderen Seite der Straße.

Für Veranstaltungen und Gebetstreffen reiche dies eigentlich aus. Die Gemeindemitglieder seien­ angewiesen, die Vorschriften zu achten. Größere externe Events gab es bislang erst eines im Zentrum: Mitte Juli kamen „erstmalig zahlreiche Besucher aus ganz Deutschland, die sich nicht an die hiesigen Regeln gehalten haben“, erklärt der Sprecher. An diesem Tag könne es zu Parkverstößen gekommen sein.

Islamische Gemeinde setzt auf „gute Lösung“

Wegen der generellen Parkplatzsituation bei St. Jost habe es zudem bereits einen Ortstermin mit Vertretern des Ordnungsamts und der Nachbarschaft gegeben, so El-Zayat weiter. Dabei sei „eine gute Lösung“ gefunden worden. „Wir achten als Gemeinde sehr stark darauf, dass die Rechte unserer Nachbarn geachtet werden und niemand falsch parkt – ausschließen können wir das aber nicht, da wir keine Ordnungsmacht haben“.Der Verein würde in diesem Punkt mit dem Ordnungsamt kooperieren und die Ahndung von Ordnungsverstößen befürworten, „man kann aber nicht pauschal sagen, dass alle Falschparker in der Straße mit der Gemeinde zu tun haben“, betont der Sprecher. 

Auf der Startseite der Homepage weise die Gemeinde ausdrücklich auf weitere vorhandene Parkbereiche in der näheren Umgebung hin, die fußläufig erreichbar sind. „Wir motivieren die Besucher aus Marburg, diese Parkplätze auch zu nutzen“, versichert El-Zayat.

„Da der Islam großen Wert auf die Pflege der nachbarschaftlichen Beziehungen legt, haben wir den unmittelbaren Anwohnern erlaubt die Parkplätze der Moschee zu nutzen, die ja ohnehin 95 Prozent der Zeit leer stehen“, sagt El-Zayat. Dazu sollten sie nur eine Info hinter die Windschutzscheibe legen.

von Ina Tannert