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Paprika edelsüß

Quadro Nuevo im KFZ Paprika edelsüß

Die vier Virtuosen nahmen ihr Publikum mit einem Koffer voller faszinierender Melodien mit auf eine zweistündige „Grand Voyage“ um den Globus.

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Andreas Hinterseher (von links) Mulo Francel, D.D. Lowka und Evelyn Huber begeisterten die 250 Besucher im KFZ, die ihrem Spiel stehend zuhörten. Foto: Jan Bosch

Quelle: Jan Bosch

Marburg. „Quadro Nuevo“ gastiert in großen Konzerthäusern, in Kneipen oder vor dem Dorfbrunnen in der spanischen Provinz. „Wollt ihr vor 150 sitzenden Zuschauern spielen oder vor 250 stehenden?“ wurden sie von den Organisatoren der Jazzinitiative Marburg gefragt, natürlich wollten sie keine Bestuhlung. Dementsprechend voll war der Konzertsaal am Donnerstagabend im KFZ, trotz drückender Hitze tolle Stimmung, die während des Konzertes von einer faszinierenden Leichtigkeit beflügelt wurde. Mit jedem Lied erzählten die vier Musiker von einem anderen Ort der Welt. Seit 1996 sind sie permanent auf Tour und verdienten sich den tosenden Applaus nach jedem Stück zurecht.

Balkan-Swing, jazzige Improvisationen, Melodien aus Europa oder verträumter Tango - ihr Sound ist leicht und melodiös, mit einem Hauch von Jazz und Volksmusik. Legendär die Ansagen von Mulo Francel. Der Saxofonist belustigt als Entertainer die Zuschauer vor jedem Lied mit blumigen Geschichten und Fabeln zur Entstehung der Stücke. So existiert ein „Zyklus vertonter Gewürze“ in dem sich in Ungarn des Paprika edelsüß angenommen wurde, zelebrieren die Musiker wilde Ritte über die Krim oder wundern sich über das Goldene (mittlerweile schwarze) Vlies, das in Batumi am Schwarzen Meer unter dem Tourbus hängen blieb.

Atemberaubend schnell fliegen die Finger von Evelyn Huber über die Saiten ihrer Harfe. Hingebungsvoll wiegt sie das große Instrument im Takt der orientalischen Trommeln von D.D. Lowka. Der blond gelockte Rhythmiker der Gruppe wechselte stets zwischen jazzigem Kontrabass und diversen Perkussionsinstrumenten.

Andreas Hinterseher machte zum Glück mal einen einwöchigen Bandoneon-Kurs in Spanien, erzählt Francel grinsend, „sonst hätten wir immer noch nur einen Akkordeonisten.“ Mit Leichtigkeit und voller Leidenschaft spielt er Tango oder fetzigen Balkan-Sound, haucht sanfte Töne aus dem Vibrandoneon, um die leisen Klänge der Harfe nicht zu übertönen.

von Jan Bosch

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