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Marburg Ovationen für Laienorchester
Marburg Ovationen für Laienorchester
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17:10 17.06.2014
Unter der Leitung des Geigers Georgi Kalaidjiev (hinten links) begeisterte das Stadtallendorfer Collegium musicum die Zuhörer in der Stadtallendorfer Stadtkirche.Foto: Helmut Rottmann
Stadtallendorf

Mit Vivaldis Violinkonzert a-Moll Opus 3 Nummer 6 aus dem 12-teiligen Zyklus „L‘éstro armonico („Die harmonische Eingebung“) eröffnete das Streichorchester Collegium musicum Stadtallendorf das Abschlusskonzert der diesjährigen Kunst- und Kulturtage. Georgi Kalaidjiev, der künstlerische Leiter des Ensembles, glänzte einmal mehr als Solist.

Die schnellen Ecksätzen sind geprägt von den Tutti-Soli-Passagen, in denen die Streicher leicht und präzise durch Kadenzen wanderten. Geschickt eingebettet sind die Solopartien. Sie boten Georgi Kalaidjiev ideale Entfaltungsmöglichkeiten, um mit Musikalität und Einfühlungsvermögen den effektvollen Tonfiguren Glanz und Schmelz zu verleihen.

Bei Mozarts Klavierkonzert Nummer 23 A-Dur KV 488 war Hermann Wilhelmi, ehemaliger Musiklehrer an der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain, der Solist zum sparsam instrumentierten Orchester. Beiden gelang es, die liebliche Melodie in schlankem Klang zu vereinen.

Die verhaltende Einleitung des Orchesters und der leicht nervöse Auftakt des Pianospiels des Solisten wandelten sich schnell in ein Musizieren in zauberhaftem Zusammenspiel mit bewundernswerter Leichtigkeit, mit perlenden Tonläufen zu einem rundem Orchesterklang mit weichen Bläsereinwürfen.

Hermann Wilhelmi hatte den zweiten Satz in einer Bearbeitung von James Levine und eigener Inspiration mit reicher Verzierung ausgestattet. Es wurde ein Schwelgen in bezaubernd schönen Melodien sowie kunstvollen Verzierungen, wobei der Pianist mit dem Orchester inklusive der exzellenten Bläsergruppe harmonierte. Letztere bestand überwiegend aus Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Gießen. Das Publikum bedankte sich mit stürmischem Applaus bei Wilhelmi und dem Collegium musicum Stadtallendorf unter Georgi Kalaidjiev.

Dessen pastorale Impressionen nach einer rumänischen Volksweise im Arrangement von Hermann Wilhelmi erlebten ihre Uraufführung. Sie könnten die Grundlage einer Filmmusik eines Melodrams werden.

Es entfaltete sich ein einschmeichelndes Spiel mit melancholischem Unterton und kurzem Wechsel in die moderate Moderne. Georgi Kalaidjiev hatte es gespickt mit Doppelgriffen und tänzerischen Elementen. Kalaidjiev spielte mit zartem Ton auf der Violine zu dem weichen Klang von Peter Sanders‘ Oboe und dem warm klingendem Cellospiel von Cornelia Heitmann, einfühlsam begleitet vom Collegium musicum.

Mit Schuberts „Unvollendeter“ krönte das Collegium musicum Stadtallendorf gemeinsam mit der großen Bläsergruppe die Soiree. Form und Farbe sowie Struktur gab das Collegium musicum der beschwingt dahinfließende Melodie mit seinen kräftigen Bläsereinwürfen, an der man sich ebenso wenig satt hören konnte wie am samtigen Klang der tiefen Streicher und den einschmeichelnden Violinen.

Der zweite Satz war ein zauberhaft-zartes Violinen- und Bläserspiel, das sich immer mehr verdichtete und dynamisch steigerte, in dem das Collegium musicum Stadtallendorf mit klanglicher Brillanz aufspielte. Schuberts „Unvollendete“ war der Höhepunkt des Abends und der 22. Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage. Die Zuhörer feierten die Musiker mit minutenlangem Applaus, der in Ovationen im Stehen mündete. Das Orchester gab einen Ausschnitt aus Kalaidjievs Impressionen als Zugabe.

Die Vorsitzende des Collegium musicum Stadtallendorf, Ingeborg Schmidt, die durch das Programm führte, begrüßte unter den Zuhörern Bürgermeister Christian Somogyi, der auf das vielfältig-bunte Programm dieser 22. Kunst- und Kulturtage hinwies, sowie dessen Vorgänger und Ehrenbürger der Stadt, Manfred Vollmer.

von Helmut Rottmann

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