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Marburg Das ist Marburgs teuerstes Klo
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16:06 06.03.2018
Das WC-Häuschen an den Lahnterrassen neben der Mensa am Erlenring. Foto: Thorsten Richter Quelle: Das WC-Häuschen an den Lahnterrassen neben der Mensa am Erlenring. Foto: Thorsten Richter
Marburg

50 000 Euro hatte die Stadt in ihren Haushaltsplan für 2017 eingestellt, um die öffentliche Toilette an der Mensa funktionsfähig zu machen. Dort war das WC-Abwasser seit der Eröffnung der Anlage im Juli 2013 direkt in die Lahn geflossen. Grund: Die Abwasserleitungen des Toilettenhäuschens wurden falsch angeschlossen – erst bei ­einer routinemäßigen Kontrolle des sogenannten Regenwasser-Einleitungskanals in die Lahn im Bereich der Lingelgasse im April 2016 war das aufgefallen.

Das Toilettenhäuschen war daraufhin geschlossen worden, die WC-Anlage wurde im vergangenen Jahr an den Schmutzwasserkanal im Bereich der Erlenringspange angeschlossen. „Damit wurde der damals vorhandene Fehlanschluss korrigiert“, sagt Stadtwerke-Pressesprecherin Sarah Möller.

Provisorium hat nun ein Ende

Jetzt muss die Stadt Marburg noch einmal 20 000 Euro nachschießen. Der Grund: Beim Neuanschluss musste, so Möller, eine Wärmeleitung der Stadtwerke gekreuzt werden. Aus Sicherheitsgründen (die Wärmeleitung ist über 100 Grad heiß) habe der zuständige Fachdienst Hochbau der Stadt in Absprache mit den Stadtwerken im Bereich der Wärmeleitung ein Provisorium in Form eines so genannten Unterbogens errichtet.

Im Zuge der Erneuerung der Wärmeleitung in der Weidenhäuser Brücke durch die Stadtwerke Marburg, so berichtete es Möller, wird die alte Wärmeleitung im Bereich der WC-Anlage stillgelegt.
Deshalb könne die Stadt den provisorischen Unterbogen beenden und den Anschluss endgültig fertigstellen.

Damit ginge eine lange und vor allem teure Übergangszeite zu Ende: Mitsamt der Außenanlage hatte das 2013 errichtete WC-Häuschen 175 000 Euro gekostet. 50 000 Euro waren im Haushalt 2017 vorgesehen, um den Fehlanschluss zu beseitigen.

Ein Toilettenhäuschen so teuer wie eine Eigentumswohnung

Und jetzt also noch einmal 20 000 Euro im 2018er-Haushalt, um die Interimslösung zu einer dauerhaften Lösung umzubauen. Summa summarum sind dies geplante 245 000 Euro für ein Toilettenhäuschen. Zum Vergleich: Eine zentrumsnahe Eigentumswohnung in Marburg, der Wohnraum für eine Kleinfamilie bietet, ist mitunter für so eine Summe bereits zu haben.

Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) hat allerdings die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Stadt zumindest einen Teil des Geldes, das sie zur Beseitigung des Fehlanschlusses aufgewendet hat, zurückbekommt. Regressansprüche seien gestellt worden, teilte der Bürgermeister auf OP-Anfrage mit. Wer für die falschen Eintragungen im Plan verantwortlich ist und in die Haftung genommen werden kann, wird aber wohl vor Gericht entschieden werden.

Mit ökologischen Folgen für die Fische in der Lahn rechnet die Stadt indes nicht. Bei geringen Mengen Abwasser könne sich die Lahn selbst reinigen, hatte es im Jahr 2017 geheißen.

von Till Conrad